#BockAufBlog ARD-Hauptstadtstudio startet eigenen Blog

Montag, 29. August 2016
Der Blog des ARD-Hauptstadtstudios ist online
Der Blog des ARD-Hauptstadtstudios ist online
Foto: Screenshot blog.ard-hauptstadtstudio.de

Nach der "Tagesschau" will nun auch das ARD-Hauptstadtstudio die eigene Berichterstattung im Netz vertiefen: Unter dem Motto #BockAufBlog starten die Berliner TV- und Hörfunkkorrespondenten der ARD einen eigenen Blog. Dort wollen die Journalisten mit Zuschauern diskutieren und persönliche Einschätzungen und Einblicke zu Themen der Berliner Bundespolitik geben. Das Angebot hat einen recht bunten Anstrich - und soll auf diese Weise wohl in erster Linie junge Zuschauer ansprechen.
Dafür spricht auch, dass viele Artikel im ARD-Hauptstadtblog recht locker und augenzwinkernd daher kommen. Auf die Thematik trifft das zunächst nicht zu: Der Blog soll den Berliner Politikbetrieb unter die Lupe nehmen und analysieren, Einschätzungen sowie Reportagen und Beobachtungen von Ministerreisen als Video, Hörfunkbeitrag, Foto, Grafik oder Text bieten.

Zu den festen Formaten gehören etwa #tageskarte, das die Nutzer mit der Morgenlage aus dem politischen Berlin versorgt. Der Faktencheck "Stimmt das?" überprüft politische Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt, während in der Rubrik #BuntesPolitik das Besondere seinen Platz findet. Studioleiterin Tina Hassel ist derweil mit einem eigenen Format vertreten: In #HashtagHassel trifft sie auf Gesprächspartner, die eine andere Perspektive einnehmen, etwa als ausländischer Korrespondent, "Hinterbänkler" oder Insider. 

Überhaupt setzt die ARD neben Hashtags sehr stark auf Personen: 
Alle ARD-Hauptstadtkorrespondenten sind in dem Blog mit einem Profil und ihren Beiträgen, die regulär für das ARD-Programm entstehen, sowie Tweets, Diskussionen und eigens für den Blog produzierten Inhalten vertreten. Auf diese Weise will es die ARD den Zuschauern erleichtern, direkt mit den Journalisten in Kontakt zu treten.

"Politik wird immer komplexer und das Interesse an Berichterstattung, die hintergründig ist, einordnet und erklärt, entsprechend größer", erklärt Hassel. "Der Blog bündelt die Nachrichtenkompetenz des gesamten Studios und ergänzt die bundespolitische Berichterstattung in den linearen Fernseh- und Hörfunkprogrammen der ARD. Wir wollen damit in einen direkteren Austausch mit unserem Publikum treten und im schnellen Nachrichtengeschäft eigene Schwerpunkte setzen."

Unklar ist, inwieweit die ARD den Blog auch dazu nutzen wird, die eigene Berichterstattung zu hinterfragen. Im "Tagesschau"-Blog nimmt Kai Gniffke, erster Chefredakteur ARD Aktuell, regelmäßig Stellung zu aktuellen Diskussionen rund um das Nachrichten-Angebot des Ersten. Abgesehen davon gibt es bereits jetzt Kritik an der Aufmachung des Hauptstadtblogs. So passten Form und Inhalt nicht zueinander, findet "taz"-Redakteur Peter Weissenburger: "Der Blog kommt zwar erst mal fresh und bunt daher – klickt man aber auf die Videobeiträge, dann folgt dieselbe Stocksteifheit, die man von der 'Tagesschau' kennt."

Zum Start des Blogs konnten Hassel und Co. gleich mit einem echten Pfund starten, indem die Leiterin des Hauptstadtstudios gemeinsam mit ihrem Kollegen Matthias Deiß das Sommerinterview mit Kanzlerin Angela Merkel besprechen konnte. Die erste Ausgabe von #HashtagHassel zeigte allerdings auch, dass es hier und da noch hakt: So fehlt zu zu Beginn des Videos zwar noch das Bild, dafür sind beide Journalisten zu hören, wie sie noch einmal ihre Moderationen proben. ire
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