Blomenkamp "Der Konsument will nicht mit 150 Marken interagieren"

Dienstag, 14. Januar 2014
Jürgen Blomenkamp auf dem Deutschen Medienkongress (c) Thomas Lohnes / Getty Images
Jürgen Blomenkamp auf dem Deutschen Medienkongress (c) Thomas Lohnes / Getty Images


Fast egal ob Paid, Owned oder Earned Media: Immer mehr verändert Google den Wettbewerb im Dreieck zwischen Medien, Mediaagenturen und Vermarktern. Darüber waren sich Jürgen Blomenkamp, Martin Krapf und Peter Würtenberger am ersten Tag des Medienkongresses einig. Die unterschiedlichen Strategien, mit denen die Podiumsteilnehmer auf den "alternativlosen Wettbewerb" (Blomenkamp) reagieren, die zunehmende Technologisierung des Mediengeschäfts und der Kampf zwischen den Gattungen sorgten dennoch für Diskussionsstoff
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Jürgen Blomenkamp, Investment Chairman Group M, über Google:

Jürgen Blomenkamp (re.) (c) Thomas Lohnes / Getty Images
Jürgen Blomenkamp (re.) (c) Thomas Lohnes / Getty Images

"Google hat mit Sicherheit keine bescheidenen Pläne. Das führt dazu, dass sich das Konkurrenzumfeld erweitert, der Wettbewerb wird relevanter und schärfer. Es kommt zu einer Bedrohung des Ordnungssystems, so wie wir es kennen - doch das ist eh schon Vergangenheit. Dieser neue Wettbewerb ist alternativlos."

... über Innovationen:
"Die zunehmende Technologisierung des Geschäfts wird einige Mediaagenturen in Schwierigkeiten bringen. Der Mut für Innovationen und Investitionen wird immer wichtiger. Aber Innovationen sollten dann auch als solche gewürdigt werden."

... über Owned und Earned Media:
"Owned Media alleine wird nicht die Zukunft sein. Allzu viel relevante Kommunikation auf Markenebene ist für den Konsumenten gar nicht darstellbar. Ich glaube nicht, dass der Verbraucher von 150 Marken individuell angesprochen werden beziehungsweise mit ihnen interagieren will."

... über die Fusion der Werbeholdings Omnicom und Publicis:
"Der Wettbewerb wird bislang schon extrem scharf geführt. Daran wird sich auch in Zukunft nicht viel ändern. Und die Tendenz zur Konsolidierung wird weiter zunehmen."

Peter Würtenberger, CMO Axel Springer, über die Zusammenarbeit Axel Springers mit Google:

Peter Würtenberger (c) Thomas Lohnes / Getty Images
Peter Würtenberger (c) Thomas Lohnes / Getty Images

"Für unser Premiuminventar bleiben Mediaagenturen unser Ansprechpartner Nummer 1. Für den Longtail-Bereich bekommen wir bei Google die besseren Preise. Deshalb war die Zusammenarbeit eine rein kaufmännische Entscheidung. Und ich kann nur jedem anderen Verleger empfehlen, Ähnliches zu tun."

... über Bewegtbild:
"Die Nachfrage im Bereich Bewegtbild ist derzeit weit größer als das Angebot. Wir sind komplett ausverkauft."

... über Owned und Earned Media:
"Wir registrieren, dass zahlreiche Dax-Unternehmen stark eigene Redaktionen aufbauen. Was früher Corporate Publishing war, ist heute Native Advertising im Digitalen."

Martin Krapf, Geschäftsführer Wirkstoff TV, über Bewegtbild:

Martin Krapf (c) Thomas Lohnes / Getty Images
Martin Krapf (c) Thomas Lohnes / Getty Images

"Es gibt gutes und schlechtes Bewegtbildinventar. Der Preisdruck liegt mit Sicherheit nicht auf den Formaten, die Wirkung generieren."

... über Qualität:
"Es ist nicht verboten, auch in der analogen Welt sein Hirn einzuschalten, um ein gutes Produkt zu machen. Da muss man nicht warten, bis alles digital wird."

... über Owned und Earned Media:
"Planbarkeit ist im Wesentlichen durch Investment gesteuert. Und auch Owned und Earned kommt nicht herbeigeflogen." kl




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