Bitkom-Studie Mehr Nutzer bezahlen für Online-Journalismus

Mittwoch, 22. Juni 2016
Erst 41 Prozent der Verlage setzen auf Paid Content
Erst 41 Prozent der Verlage setzen auf Paid Content
Foto: Coloures-pic/Fotolia
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Bitkom Branchenverband Achim Berg


Die Zahlungsbereitschaft für journalistische Inhalte im Internet steigt. In den vergangenen 12 Monaten haben 36 Prozent der Nutzer für Nachrichten oder andere Inhalte im Netz Geld bezahlt. Vor einem Jahr lag der entsprechende Wert erst bei 31 Prozent. Das geht aus einer Umfrage des Branchenverband Bitkom hervor.
Bei Internetnutzern, die Online-Nachrichten lesen, geben sogar 48 Prozent der Befragten Geld für Inhalte im Netz aus (Vorjahr: 40 Prozent). Dabei halten sich die Nutzer, die für einzelne Artikel oder Ausgaben bezahlen (20 Prozent), und Nutzer, die eine monatliche Pauschale entrichten (22 Prozent) etwa die Waage. "Ein gutes journalistisches Angebot lassen sich die Nutzer auch im Internet etwas kosten", sagt Bitkom-Vizepräsident Achim Berg zu den Studienergebnissen. "Medienunternehmen brauchen zusätzliche Erlösquellen, um die digitale Transformation vorantreiben zu können."

Wer nicht für Online-Inhalte bezahlen will, begründet dies vor allem mit den zahlreichen kostenlosen Angeboten im Netz (73 Prozent), rund einem Drittel (32 Prozent) sind die Angebote im Internet schlicht zu teuer. Zu kompliziert finden das Bezahlen im Netz dagegen nur noch 9 Prozent. Vor drei Jahren lag dieser Wert noch bei 32 Prozent.

Trotz der steigenden Zahlungsbereitschaft stellen die Mehrzahl der Verlage ihre Inhalte noch kostenlos zur Verfügung. Das geht aus einer weiteren Umfrage der Bitkom unter den Geschäftsführern und Vorständen von 148 Medienunternehmen hervor. Demnach stellen 59 Prozent der befragten Unternehmen ihre Inhalte nach wie vor gratis ins Netz. 41 Prozent haben mittlerweile Abrechnungsmodelle für journalistischen Content eingeführt.

Dabei setzt knapp ein Drittel (31 Prozent) auf ein sogenanntes Freemium-Modell, bei dem Nutzer nur für ausgewählte Inhalte bezahlen müssen, 15 Prozent haben eine harte Bezahlschranke eingeführt und 7 Prozent setzen auf ein sogenanntes Metered Model, bei dem eine gewisse Anzahl von Artikeln frei verfügbar ist. dh
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