"Bild"-Herausgeber Kai Diekmann verlässt Axel Springer nach 30 Jahren

Freitag, 30. Dezember 2016
Kai Diekmann will sich neu orientieren
Kai Diekmann will sich neu orientieren
© Axel Springer

Bei Axel Springer endet die Ära Kai Diekmann. Der langjährige Chefredakteur der "Bild"-Zeitung wird das Verlagshaus verlassen. Laut Springer geht Diekmann "auf eigenen Wunsch". Der 52-Jährige wolle sich künftig anderen Aufgaben außerhalb des Unternehmens widmen, heißt es.

Diekmann, der 1985 mit seiner Ausbildung bei der Axel Springer Journalistenschule seine Laufbahn in dem Verlagshaus begann, hatte 2001 die Chefredaktion der "Bild"-Zeitung übernommen. Später wurde er zum Herausgeber der gesamten "Bild"-Gruppe berufen. Ende 2015 kam es schließlich zu einem Wachwechsel. Diekmann übergab den Chefredakteursposten der "Bild" an Tanit Koch, er selbst fungierte seither als Herausgeber. In dieser Funktion war er für die Führung der Chefredakteure, die übergeordnete Steuerung der "Bild"-Angebote sowie für die publizistische Ausrichtung und Weiterentwicklung der "Bild"-Marken zuständig. Doch darum wird sich schon bald jemand anderes kümmern müssen. Bereits Ende Januar wird Diekmann Axel Springer den Rücken kehren.

„Nach 30 Jahren bei Axel Springer fällt es mir schwer, das Haus zu verlassen, dem ich beruflich alles zu verdanken habe. Ich weiß Bild, BamS und B.Z. bei Tanit Koch, Julian Reichelt, Marion Horn, Peter Huth und all den anderen großartigen Kolleginnen und Kollegen im Team in den allerbesten Händen und kann mich nun neuen Aufgaben stellen", kommentiert Diekmann seinen Abschied. 

Tanit Koch und Kai Diekmann
Bild: Axel Springer / dfv

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Bei Springer weiß man die Leistungen Diekmanns zu würdigen. Aus Sicht von Springer-Boss Mathias Döpfner kann der HORIZONT-Medienmann des Jahres 2009 auf "eine einzigartige Karriere" in dem Verlagshaus zurückblicken. "Es ist vor allem ihm zu verdanken, dass Bild heute Trendsetter des digitalen Journalismus ist und eine hochprofitable Multimediamarke." In 16 Jahren an der Redaktionsspitze sei es ihm gelungen, "Bild" inhaltlich und strukturell stets weiterzuentwickeln und ihr damit eine kraftvolle publizistische Stimme zu verleihen. "Wir danken ihm dafür, dass er die seit Jahresbeginn neu aufgestellte Chefredaktion beraten und unterstützt hat, so dass jetzt ein problemloser Übergang möglich ist. Wir sind traurig über sein Ausscheiden", so Döpfner weiter. 

Über die genauen beruflichen Pläne Diekmanns, der vor seinem Aufstieg zum "Bild"-Chef auch als als stellvertretender Chefredakteur der "B.Z." sowie als "Bild"-Politikchef und Chefredakteur der "Welt am Sonntag" gewirkt hat, ist nichts bekannt. Auf Twitter bleibt er auch vage. "Es war mir eine Ehre", schreibt Diekmann heute auf dem Kurznachrichtendienst. Details wird es wohl erst später geben. mas

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