"Blanker Unsinn" ARD weist "Bild"-Bericht über Senderfusion zurück

Freitag, 25. November 2016
Karola Wille hat den Programmchef des Kika beurlaubt
Karola Wille hat den Programmchef des Kika beurlaubt

Die ARD hat einen Bericht der "Bild" über eine Fusion der aktuell neun Landesrundfunkanstalten zurückgewiesen. Die Spekulationen über eine Reduzierung auf nur noch vier große Sender entbehre jeder Grundlage. Die angeblichen "Geheimpläne" seien "blanker Unsinn und frei erfunden".
Die "Bild" hatte in ihrer heutigen Printausgabe berichtet, eine von den Ministerpräsidenten eingesetzte Arbeitsgruppe schlage eine Bündelung der bislang neun Landesrundfunkanstalten zu vier großen Anstalten vor. Demnach könne es künftig je eine Anstalt für die Regionen Süd, Nord, West und Ost geben. Die ARD bestätigte, dass die Intendanten auf ihrer Sitzung in München beschlossen haben, einen Reformprozess einzuleiten. So sollen Prozesse und Strukturen in den Bereichen Produktion, Verwaltung, Technik und Programmerstellung optimiert werden. Ziel dieses Prozesses sei es, "die Vielfalt der ARD zu erhalten und zu stärken", betont die ARD. Die "Bild" hatte die amtierende ARD-Vorsitzende und MDR-Intendantin Karola Wille mit den Worten zitiert: "Wir stehen vor einem tiefgreifenden Reformprozess." Man müsse sehen, wie der ARD-Verbund weiter zusammen wachsen kann. Laut Wille stehe man vor dem "größten Reformprogramm" in der Geschichte der ARD.

Ziel der Reform dürften aber auch Kosteneinsparungen sein. Vor allem in den Bereichen Technik und Verwaltung gibt es innerhalb der ARD großes Einsparpotenzial. Im April war bekannt geworden, dass der Rundfunkbeitrag nach internen Berechnungen der Rundfunkanstalten ab 2021 deutlich steigen müsste, wenn keine tiefgreifenden Strukturreformen vorgenommen werden.

Geleitet wird die Projektgruppe vom Juristischen Direktor des RBB, Reinhard Binder, den die "Bild" als "Fusionsexperten" bezeichnet. Die ersten Ergebnisse der Projektgruppe sollen im September 2017 vorliegen. dh

In einer früheren Version dieses Artikels hieß es unter Berufung auf den Bericht der "Bild", die ARD plane die Zusammenlegung der bislang neun Landesrundfunkanstalten zu vier größeren Anstalten.
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