Bilanz Axel Springer steigert Umsatz und Gewinn deutlich

Donnerstag, 03. März 2016
Axel Springer wächst dank Digitalisierung
Axel Springer wächst dank Digitalisierung
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Axel Springer Matthias Döpfner


Axel Springer hat heute Zahlen für das Geschäftsjahr 2015 vorgelegt. Die Entwicklung von Konzernumsatz (plus 8,5 Prozent) und EBITDA (plus 10,2 Prozent) beeindrucken - und zeigen vor allem, dass die Digitalisierungsstrategie der Konzerns allmählich Früchte trägt. Doch es gibt auch Wermutstropfen. Nach Informationen von HORIZONT hat der Vermarkter Media Impact nicht alle Ziele erreicht.

Laut Springer sind die Werbeerlöse im vergangenen Jahr deutlich um 16,1 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro angestiegen. Nach Informationen von HORIZONT ist allerdings der Werbeumsatz, den Media Impact vor allem für die Print- und Digitalmedien der "Bild"- und "Welt"-Gruppe erzielte, im vergangenen Jahr um rund 45 Millionen Euro auf etwa 485 Millionen Euro gesunken. Springer hatte zwar mit einem Rückgang gerechnet, allerdings war man lediglich von einem Minus von 20 bis 25 Millionen Euro ausgegangen.

Da sich Springer zu den wirtschaftlichen Details einzelner Bereiche nicht äußert, ist davon in der offiziellen Bilanz freilich nichts zu lesen. Diese strotzt geradezu vor beeindruckenden Zahlen. So erhöhte sich der Konzernumsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 8,5 Prozent auf knapp 3,3 Milliarden Euro. Vor allem das Wachstum der Rubriken- und Vermarktungsangebote haben laut Springer dazu beigetragen. Bereinigt um Konsolidierungs- und Währungseffekte lag der Konzernumsatz um 1,6 Prozent über dem Vorjahr.

Der Gewinn kann sich ebenfalls sehen lassen. So kletterte das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 10,2 Prozent auf 559 Millionen Euro. D
er Konzernüberschuss legte um 29,2 Prozent auf 304,6 Millionen Euro zu. Bereinigt um Sondereffekte und Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen steht hier ein Plus von 11,2 Prozent zu Buche. 

Die Geschäftszahlen zeigen überdies eindrucksvoll, dass der von Konzernchef Matthias Döpfner bereits vor Jahren eingeschlagene Digitalisierungskurs Früchte trägt. So wurde 2015 bei den Pro-forma-Erlösen erstmals  die Marke von 2 Milliarden Euro geknackt. Unter dem Strich trugen die 
digitalen Aktivitäten im Berichtsjahr 62 Prozent zu den Gesamterlösen und 70 Prozent zum Konzern-EBITDA bei. Ihr Anteil an den Gesamtwerbeerlösen betrug 80 Prozent. Zahlen, auf die Döpfner stolz ist. "Axel Springer ist heute einer der weltweit reichweitenstärksten Digitalverlage. Wir sehen erhebliches Potenzial für die langfristige Wertsteigerung unserer digitalen Aktivitäten und werden uns 2016 auf die erfolgreiche Entwicklung unserer Investitionen der letzten Monate konzentrieren", sagt der Springer-Chef. 

Von den Geschäftssegmenten haben sich vor allem die R
ubriken- und Vermarktungsangebote positiv entwickelt. Die Erlöse des Segments legten um 47,1 Prozent auf 753 Millionen Euro zu. Bereinigt um Konsolidierungseffekte belief sich der Erlösanstieg im Segment auf 14,5 Prozent. Das EBITDA der Rubrikenangebote stieg deutlich um 40,1 Prozent auf 305 Millionen Euro an. Bereinigt um Konsolidierungseffekte steht unter dem Strich ein Plus von 17,1 Prozent.

Das Segment Bezahlangebote schwächelte indes. Auch wenn die Zahl der Digital-Abonnenten von "Bild" auf 310.000 und die der "Welt" auf 74.000 kletterte, sank der Umsatz von gut 1,6 Milliarden Euro auf 1,58 Millionen Euro. Auch das EBITDA der Bezahlangebote ging um 11,2 Prozent auf 223,2 Millionen Euro zurück. Maßgeblich hierfür seien neben den Umsatzrückgängen vor allem höhere Restrukturierungsaufwendungen gewesen, teilt Springer mit. 

Beim 
Segment der Vermarktungsangebote setzte Springer im vergangenen Jahr auf die Internationalisierung der Bonial.com Group, zu der Onlineportale für lokale Handelswerbung wie kaufDA, Retale, Ofertia und Bonial gehören. So expandierte die Gruppe im vergangenen Jahr mit Portalen in sechs neue Länder in Lateinamerika und Skandinavien. Der Umsatz des Segments legte im abgelaufenen Geschäftsjahr um 10,7 Prozent auf knapp 879 Millionen Euro zu. Dass das EBITDA um 17,4 Prozent auf 88 Millionen Euro einbrach, begründet der Konzern mit höheren Aufwendungen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Idealo, mit Portfolioveränderungen bei aufeminin sowie mit Aufwendungen für die angesprochene Internationalisierung der Bonial-Gruppe.

Ein Minus verzeichnet Springer auch im 
Segment Services/Holding.  Hier ging der Umsatz aufgrund von Konsolidierungseffekten um 29,4 Prozent auf EUR 80,7 Millionen Euro zurück. 

Die Prognose für 2016

Im laufenden Geschäftsjahr will Döpfner weiter 
in die Expansion seiner digitalen Geschäftsmodelle investieren. Im Fokus sollen dabei das Wirtschafts- und Finanznachrichtenportal Business Insider, die gemeinsam mit Samsung aufgebaute Content-Plattform UPDAY sowie die mobile US-Einkaufsplattform Retale stehen. Darüber hinaus will das Unternehmen das Wachstum bei den Rubrikenangeboten und bei den digitalen Abonnements der journalistischen Bezahlangebote vorantreiben. 

Für das Geschäftsjahr 2016 rechnet der Vorstand mit einem Anstieg der Gesamterlöse im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Der Vorstand geht davon aus, dass der geplante Anstieg der Werbeerlöse den Rückgang der Vertriebserlöse und der übrigen Erlöse überkompensieren wird. mas

 

 

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