Bilanz Axel Springer profitiert vom florierenden Digitalgeschäft

Mittwoch, 04. November 2015
Blick auf die Axel-Springer-Zentrale
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Foto: Axel Springer
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Axel Springer Business Insider Mathias Döpfner


Die Digitaloffensive von Axel Springer macht sich allmählich bezahlt. Der Medienkonzern hat für die ersten neun Monate des laufenden Jahres ordentliche Geschäftszahlen vorgelegt und seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Allein das Printgeschäft schwächelt.

Wie Axel Springer mitteilt, kletterte der Umsatz in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um 8,9 Prozent auf 2,37 Milliarden Euro. Bereinigt um Konsolidierungs- und Währungseffekte stieg der Konzernumsatz lediglich leicht um 1 Prozent an. Ein Sprecher erklärt den großen Unterschied mit der Übernahme von Unternehmen wie Immowelt, @Leisure, LaCentrale, Jobsite und Yad. Deren Umsätze wurden in der bereinigten Umsatz-Variante herausgerechnet. Zudem machten sich aufgrund der Internationalisierung des Springer-Konzerns auch Währungseffeke immer stärker bemerkbar.

Blick auf die Axel-Springer-Zentrale
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Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen kann sich dennoch sehen lassen. Bereinigt um Sondereffekte legte das EBITDA um 8,8 Prozent auf 396 Millionen Euro zu. Die EBITDA-Rendite blieb mit 16,7 Prozent auf demselben Niveau wie im Vorjahr. Beim Konzernüberschuss, bereinigt um Sondereffekte und Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen, legte Springer um 6,9 Prozent auf 198,8 Millionen Euro zu. Wachstumstreiber sind vor allem die digitalen Aktivitäten, die zuletzt mit dem Kauf von Business Insider und der Partnerschaft mit Samsung bei Upday weiter ausgebaut wurden. Die Pro-forma-Erlöse der digitalen Aktivitäten legten um 10,5 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich steuerte Digital im Berichtszeitraum mehr als 60 Prozent zum Konzernumsatz und mehr als 70 Prozent zum Konzern-EBITDA bei. 
„Durch die Akquisition von Business Insider hat sich Axel Springer bei der Reichweite vom Marktführer in Europa zu einem der größten Digitalverlage weltweit entwickelt.“
Mathias Döpfner
Mathias Döpfner kann erneut gute Zahlen präsentieren
Mathias Döpfner kann erneut gute Zahlen präsentieren (Bild: Axel Springer)
"Unsere Priorität in diesem Jahr ist Wachstum. Mit den Rubrikenangeboten und journalistischen Marken in Europa und zunehmend auch im englischen Sprachraum sehen wir großes Potenzial. Durch die Akquisition von Business Insider hat sich Axel Springer bei der Reichweite vom Marktführer in Europa zu einem der größten Digitalverlage weltweit entwickelt", sagt Springer-Chef Mathias Döpfner. 

Vor allem das Werbegeschäft profitierte von den digitalen Aktivitäten. Die Werbeerlöse in diesem Segment kletterten 
im Berichtszeitraum um 16,1 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro. Damit wurden von den gesamten Werbeerlösen 80,9 Prozent durch digitale Aktivitäten generiert. Zufrieden kann Springer auch mit der Entwicklung der Rubriken- und Vermarktungsangebote sein. Hier legte der Umsatz in den ersten neun Monaten um 53,3 Prozent auf 547 Millionen Euro zu. Das EBITDA des Segments stieg deutlich um 40,8 Prozent auf knapp 226 Millionen Euro an. Dasselbe gilt für die Vermarktungsangebote, die beim Umsatz in den ersten neun Monaten um 12 Prozent auf 632 Millionen Euro zulegten. Ein Wermutstropfen ist hier die Entwicklung des EBITDA, das um 13,9 Prozent auf 66 Millionen Euro zurückging. Springer begründet das mit höheren Aufwendungen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Idealo, mit Portfolioveränderungen bei aufeminin sowie mit Aufwendungen für die Internationalisierung der Bonial-Gruppe. 

Im Printgeschäft hat Springer dagegen mit strukturellen Rückgängen zu kämpfen. Hier gingen die Vertriebserlöse um 2,7 Prozent auf 542 Millionen Euro zurück. Die übrigen Erlöse legten leicht um 1 Prozent auf 345 Millionen Euro zu. 

Sorgenkind bleibt damit das Geschäft mit den Print-Abonnenten. Während die Anzahl der zahlenden Digitalabonnenten von "Bild" (292.000) und "Welt" (70.000) um 25 Prozent auf 362.000 zulegte, reduzierten sich die Vertriebserlöse im Segment Bezahlangebote vor allem aufgrund marktbedingt rückläufiger Printerlöse um 2,8 Prozent. Aber auch die Werbeerlöse des Segments gingen zurück. Das Minus von 6,1 Prozent begründet der Konzern unter anderem mit der Fußball-WM und einer "Bild"-Sonderausgabe im vergangenen Jahr. Unter dem Strich ging der Umsatz im 
Segment Bezahlangebote um 3 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro zurück, bereinigt um Sondereffekte sogar um 4,8 Prozent. Beim EBITDA muss Springer ein Minus von 19,1 Prozent auf 137,8 Millionen Euro hinnehmen. 

Für das Gesamtjahr hebt Springer die Prognose an. N
ach der Umsatzentwicklung in den ersten neun Monaten erwartet der Konzern nun eine Steigerung der Gesamterlöse im mittleren einstelligen Prozentbereich. Bislang war nur von einem Anstieg im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich die Rede. mas

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