Bilanz 2016 Zahl der Kinobesucher deutlich gesunken

Mittwoch, 08. Februar 2017
"Zoomania" lockte 2016 am meisten Zuschauer ins Kino
"Zoomania" lockte 2016 am meisten Zuschauer ins Kino
© Disney / Youtube

2016 war ein durchwachsenes Jahr für die deutschen Kinobetreiber: Ohne die ganz großen Blockbuster sank die Zahl der Besucher nach dem Rekordjahr 2015 um rund 13 Prozent. Trotzdem erzielten die hiesigen Kinos erneut einen Umsatz in Höhe von über 1 Milliarde Euro. Der Marktanteil deutscher Filme sank trotz Achtungserfolgen wie "Toni Erdmann" indes auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren.
Nach den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen der Filmförderungsanstalt FFA erzielten die deutschen Kinos im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz in Höhe von 1,023 Milliarden Euro. Damit lag der Umsatz zum vierten Mal über der Marke von 1 Milliarde Euro. Im Vergleich zum Vorjahr, als Blockbuster wie "James Bond: Spectre", "Star Wars - Das Erwachen der Macht" und "Fuck ju Göhte 2" Besucherzahlen und Umsatz der deutschen Kinos auf einen neuen Rekordwert trieben, mussten die hiesigen Lichtspielhäuser aber wieder etwas kleinere Brötchen backen. Konkret lag der Umsatz 12,4 Prozent unter dem Vorjahr. Die Zahl der Besucher sank um 13,0 Prozent auf 121,1 Millionen. Die drei erfolgreichsten Filme des Jahres mit jeweils rund 3,8 Millionen Besuchern waren übrigens allesamt US-amerikanische Animationsfilme: "Zoomania - Ganz schön ausgefuchst", "Pets" und die "Findet Nemo"-Fortsetzung "Findet Dorie". Der erfolgreichste deutsche Film "Willkommen bei den Hartmanns" landete mit 3,1 Millionen Besuchern auf Rang 5.

Der Marktanteil deutscher Filme sank auf 22,7 Prozent (Vorjahr: 27,5  Prozent). Insgesamt verzeichneten deutsche Produktionen im vergangenen Jahr 27,7 Millionen Besucher (Vorjahr: 37,1 Mio.). Angesichts guter Kritiken und der Oscar-Nominierung für "Toni Erdmann" zeigt sich FFA-Vorstand Peter Dinges mit dem Abschneiden des deutschen Films aber zufrieden: "Für das Arthouse-Kino war 2016 ein wirklich gutes Jahr, in dem – Klasse statt Masse – endlich auch einmal die kulturelle Wertschätzung des deutschen Films sichtbar wurde", betont Dinges. "Neben 'Toni Erdmann' haben Produktionen wie 'Vor der Morgenröte', 'Tschick', 'Colonia Dignidad', 'Wild' oder 'Nebel im August' erfolgreich im Kino und auf vielen Festivals gezeigt, wie groß die Vielfalt des deutschen Films in seiner ganzen Breite ist." 

Mit dem Kinojahr insgesamt ist der FFA-Vorstand trotz der rückläufigen Besucherzahlen ebenfalls nicht unzufrieden: "Kino ist wie Wein – es gibt Spitzenjahrgänge und es gibt gute Jahrgänge. In dieser Hinsicht war das Kinojahr 2016 ein guter Jahrgang – und nicht so negativ, wie manchmal dargestellt!", betont Dinges. "Für 2017 können wir alle sehr optimistisch sein, dass auch wieder die ganz großen Blockbuster dabei sind – die Münchner Filmwoche hat gerade erst mit tollen Trailern einen großartigen Vorgeschmack auf die kommenden Kinostarts geliefert." dh
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