Bilanz 2014 Umsatz der RTL Group stagniert, Jahresgewinn sinkt

Donnerstag, 05. März 2015
Anke Schäferkordt, Co-CEO der RTL Group
Anke Schäferkordt, Co-CEO der RTL Group
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RTL RTL Group Jahresgewinn


2014 ist für die RTL Group kein Grund für großen Jubel. Nicht zuletzt dank eines starken 4. Quartals 2014 in Deutschland und Frankreich kann der TV-Konzern zwar für 2014 einen stabilen Umsatz von 5,81 Milliarden Euro und ein stagnierendes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Reported Ebita) von 1,15 Milliarden Euro vorlegen. Der Gewinn sinkt jedoch um rund ein Fünftel auf 734 Millionen Euro.
Den stabilen Umsatz verdankt die RTL Group zudem Zukäufen im Digitalbereich. Im vergangenen Jahr ist der Konzern beim Realtime-Marktplatz SpotXChange eingestiegen, 2013 beim Multi-Channel-Netzwerk Broadband TV.Vor allem das schwächere Geschäft der französischen M6-Gruppe und Rückgänge bei der Produktionsfirma Fremantle Media und bei UFA Sports haben dem Konzern zu schaffen gemacht. Nahezu kompensiert werden konnten die Rückgänge durch ein starkes Jahr beim wichtigsten Unternehmensbereich, der Mediengruppe RTL Deutschland. Der Umsatz ist um satte 4,7 Prozent auf rund 2,05 Milliarden Euro gestiegen, das Ergebnis um 5 Prozent auf 650 Millionen Euro. Es liegt damit auf einem neuen Rekordniveau. Damit dürfte der Gesamt-TV-Werbemarkt 2014 deutlich im Plus liegen. Pro Sieben Sat 1 hatte für 2014 für das Segment Broadcasting German-Speaking ein Umsatzplus von 3,2 Prozent auf 2,06 Milliarden Euro vermeldet. Die Prognose des Rundfunkverbands VPRT lag im Oktober noch bei einem Zuwachs von 2,7 Prozent.

Der Gewinnrückgang resultiertvor allem aus hohen Wertminderungen auf das Ungarn-Geschäft, die bereits mit den Halbjahreszahlen angekündigt waren. RTL leidet unter der Einführung einer Steuer, die Abschreibung beläuft sich auf 77 Millionen Euro. Dem gegenüber steht allerdings ein positiver Einmaleffekt von 72 Millionen Euro der aus einer Aufhebung einer Wertminderung in Spanien resultiert.

Für 2015 rechnen die beiden Co-CEOs Anke Schäferkordt und Guillaume de Posch mit einer Fortschreibung der Entwicklung von 2014: Alle europäischen Werbemärkte, in denen RTL aktiv ist, sind leicht gestiegen, nur Frankreich stagnierte, während Belgien um 2,8 Prozent gesunken ist. Umsatz und Ebita werden daher voraussichtlich stabil bleiben.

Investiert hat die Gruppe 2014 vor allem stark ins Digitalgeschäft, in Summe über 240 Millionen Euro. "Das ist der höchste Investitionsbetrag, den wir seit 2005 in Akquisitionen gesteckt haben", stellen die Co-CEOs fest. Neben SpotXchange und BroadbandTV hat RTL beispielsweise Econa Shopping gekauft, das nun unter Sparwelt firmiert, das Mode-Multi-Channel-Netzwerk Stylehaul sowie einen 51-prozentigen Anteil von Divimove, dem führenden Multi-Channel-Netzwerk in Europa. Der Umsatz des Digitalbereichs ist entsprechend stark um 26,6 Prozent auf 295 Millionen Euro gestiegen (2013: 233 Millionen). Die Online Video Abrufe der digitalen Angebote von RTL haben sich auf 36,4 Millionen Video Views mehr als verdoppelt.

Die Distributionserlöse sind ebenfalls deutlich gesteigen. RTL profitiert in Deutschland beispielsweise von der steigenden Nachfrage nach hochauflösendem Fernsehen, das mit verschiedenen Partnern nur gegen Entgelt vertrieben wird. Insgesamt waren es 2014 rund 220 Millionen Eruo - 18,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Umsatz von Fremantle ist dagegen auf 1,49 Milliarden Euro gesunken (2013: 1,53 Milliarden Euro). Das Ergebnis von 136 auf 113 Millionen Euro zurückgegangen. pap



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