Bewegtbildwährung Seven-One-Manager Modenbach greift GXL-Messung an

Donnerstag, 21. Januar 2016
Guido Modenbach beim Deutschen Medienkongress
Guido Modenbach beim Deutschen Medienkongress
Foto: Alex Grimm / Getty Images

Scharfe Worte von Guido Modenbach, Geschäftsführer der Seven-One Media und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF). Modenbach hält das GXL-Panel, das die GfK mit Unterstützung von Google für die Messung von Bewegtbild entwickelt hat, für "sehr kritisch". Es suggeriere, dass damit eine Lücke in der Messung von Onlinevideo- und TV-Nutzung geschlossen werde. Die GfK werbe in Präsentationen damit, dass GXL eine Güte erreiche, die 95 Prozent des von der GfK betriebenen TV-Forschungspanels der AGF entspricht.

Die in der AGF zusammengeschlossenen TV-Sender investieren Millionenbeträge in die Quotenmessung. Das System, das gerade mit weiteren hohen Investitionen zur Messung der audiovisuellen Gesamtreichweite ausgebaut wird, gilt als eines der validesten weltweit. "Wenn die AGF mit ihren Methoden 95 Prozent Gleichheit hat, werden große Millionensummen nicht mehr investiert", warnt Modenbach.

Er hat jedoch erhebliche Zweifel an der Güte des GXL-Systems. Vor allem die Messung von TV sei darin kritisch. Es sei kein Single-Source-Modell und die Art der Datenimputation hält er für fragwürdig.
Der 8. Deutsche Medienkongress fand erneut in der Alten Oper statt
Bild: dfv

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Mit seiner Meinung steht Modenbach nicht alleine da. Martin Krapf, Chef der Gattungsinitiative Screenforce, übt in der aktuellen Ausgabe von HORIZONT ebenfalls scharfe Kritik an der GfK. „Das GXL-Panel deckt sehr viel weniger Haushalte ab und basiert auf einer Erhebungsmethode, die bei weitem nicht so elaboriert ist wie die klassischen AGF-Reichweiten", so Krapf
Unterstützung bekommt Modenbach auch von Andreas Kösling, Geschäftsführer von  El Cartel Media. Er ärgert sich, dass US-Riesen wie Google und Facebook sich mit hohem Aufwand bei GXL engagieren, aber nicht in gleichem Maße bei der AGF. 

Vor einem Jahr hatte Google angekündigt, mit der AGF gemeinsame Sache machen zu wollen, bei der Messung von Bewegtbildreichweiten. Seither ist es relativ still geworden um das Projekt, das als großer Durchbruch gefeiert wurde, weil es das erste Mal ist, dass sich Google zu  einem Joint Industrie Committee bekannt hat, in dem Kunden, Agenturen und Vermarkter gemeinsam an Standards arbeiten. 
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Den derzeitigen Stillstand begründet Petri Kokko, der intern vor einigen Wochen als Director den Bereich Agency Google Deutschland von Lars Lehne übernommen hat, mit der hohen Relevanz, die das Projekt nun auch bei Google habe. Mittlerweile werde geprüft, inwieweit die deutsche Lösung mit der AGF zu einem Vorbild für einen weltweiten Standard werden könnte. Er betont zudem, das Google unverändert zu dem Projekt steht. "Wir haben Interesse, eine gemeinsame Lösung zu finden."

In ihrer Keynote am Morgen hatte OWM-Vorsitzende Tina Beuchler an alle Beteiligten appelliert, sich zu einigen und zudem berichtet, dass es nun auch Gespräche mit Facebook gebe - und zwar auf oberster Führungsebene mit Sheryl Sandberg. Deutschland-Chefin Marianne Dölz hatte am 1. Tag des Medienkongresses jedoch auf viele Probleme hingewiesen, die noch gelöst werden müssten. pap

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