Bewegtbild-Boom Wie Facebook seinen Video-Umsatz massiv steigern will

Dienstag, 27. Januar 2015
Facebook-Chef Mark Zuckerberg
Facebook-Chef Mark Zuckerberg
Foto: Facebook

Mithilfe von personalisierten Video-Ads will Facebook den Umsatz 2015 deutlich steigern. US-Analysten gehen davon aus, dass das Social Network im laufenden Jahr mit Bewegtbildwerbung bereits 700 Millionen bis 1 Milliarde Dollar Umsatz machen kann - umgerechnet zwischen 620 und 885 Millionen Euro. Das berichtet FT.com.
Im Mai 2014 hat Facebook seine Premium Video Ads nach einem Testlauf in den USA auch in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Australien, Brasilien, Kanada und Japan eingeführt. In der Vermarktung argumentiert Facebook sowohl über die hohen Reichweiten als auch die Möglichkeit zur Segmentierung und Personalisierung. Ft.com zitiert Fidji Simo, Director of Product bei Facebook. Sie glaubt, dass der Trend zur Personalisierung dazu führen wird, dass die Zielgruppen für Video Ads kleiner und kleiner werden. Große Marken werden Nutzern, die bereits einen Spot gesehen haben, beim nächsten Mal spezielle Spots ausliefern. Für Facebook mit seinen 1,35 Milliarden Nutzern, davon 864 Millionen, die täglich aktiv sind (Stand: Ende September 2014), liegen darin große Chancen.
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E-Marketer geht davon aus, dass das Volumen, das 2015 in den USA in Bewegtbild fließen wird, im Vergleich zu 2014 um ein Drittel steigen wird auf dann rund 7,8 Milliarden Dollar. Auch in Deutschland wird mit erheblichen Steigerungen gerechnet. 2014 belief sich das Online-Bewegtbildvolumen laut Rundfunkverband VPRT auf rund 240 Millionen Euro. Es liegt damit zwar noch deutlich unter den Werbeerlösen, die ins lineare TV fließen. Diese dürften 2014 bei rund 4,3 Milliarden Euro gelegen haben. Aber viele große Markenartikler werden ihre Ausgaben in Onlinevideo 2015 steigern - zum Teil auch zulasten des linearen TV. Facebook positioniert sich damit als Konkurrent vor allem gegen Google. Googles Youtube ist einer der weltweiten Platzhirsche in Sachen Bewegtbild. E-Marketer prognostiziert, dass Youtube seinen Marktanteil im Bereich Online-Bewegtbild 2015 in den USA auf 20 Prozent steigern wird. 2014 waren es 18,8 Prozent. In Deutschland teilt sich Youtube den Markt im Wesentlichen mit den TV-Vermarktern IP Deutschland und Seven-One Media und mit Smartclip.

Auch Twitter macht sich derzeit startklar für eine Bewegtbildoffensive und will so vom schnell steigenden Marktvolumen profitieren. Nachdem die Internetgiganten in den vergangenen Jahren vor allem Print Budgets abgejagt haben, hoffen sie nun, an das lukrative TV-Geld kommen zu können. pap
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