Bertelsmann Vorstandschef Thomas Rabe soll Nachfolger aufbauen

Freitag, 04. Juli 2014
Thomas Rabe sucht angeblich einen Nachfolger
Thomas Rabe sucht angeblich einen Nachfolger


Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann, soll offenbar selbst einen Nachfolger suchen. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Die übrigen Vorstände spielen dabei angeblich keine Rolle.
Bei Bertelsmann gibt es laut "FAZ" ein Ritual, das jedes Jahr zelebriert wird: Demnach schreibt jeder Vorstand den Namen eines potenziellen Nachfolgers auf ein Blatt Papier und überreicht dies dem Personalausschuss des Aufsichtsrats. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, sollte einem der wichtigsten Manager des Medienkonzerns etwas zustoßen. Nach Informationen der "FAZ" hat der Personalausschuss Vorstandschef Thomas Rabe nun beauftragt, nicht nur einen möglichen Interimschef für den Fall der Fälle, sondern einen langfristigen Nachfolger zu finden und aufzubauen.

Bleibt die Frage nach dem Warum? Rabes Vertrag läuft noch bis Ende 2016. Von der für Bertelsmann-Manager geltenden Altersgrenze von 60 Jahren wäre der heute 48-Jährige also auch in zweieinhalb Jahren noch weit entfernt. In Gütersloh ist man dem Vernehmen nach zudem sehr zufrieden mit der Arbeit des passionierten Ausdauersportlers.

Die "FAZ" vermutet, dass Rabe in Gütersloh womöglich den notwendigen Gestaltungsspielraum vermisst. Der Vorstandschef hat dem Medienkonzern einen ambitionierten Wachtumskurs verordnet. Bis 2017 will er den Umsatz auf 20 Milliarden Euro steigern. Das ist nur durch Akquisitionen zu erreichen. Im vergangenen Jahr hatte sich Bertelsmann von Anteilen seiner TV-Tochter RTL Group getrennt, um die Kriegskasse für strategische Übernahmen zu füllen. Bislang tut sich der Konzern allerdings schwer, passende Objekte zu finden. Viele Unternehmen sind durch die aktuelle Niedrigzinspolitik überbewertet. Die Übernahme von Springer Science and Business Media scheiterte Medienberichten zufolge am Preis von 3 Milliarden Euro - und offenbar auch am Veto der Eigner-Familie Mohn. Rabe halte sich seine weitere Zukunft bei Bertelsmann daher womöglich offen, spekuliert die "FAZ".

Sollte es stimmen, dass Rabe einen Nachfolger aufbauen soll, hieße das auch, dass offensichtlich keiner der übrigen Vorstände für den Posten infrage kommt. Bislang galt Markus Dohle, Vorstandschef des Buchriesen Penguin Random House als aussichtsreicher Nachfolger von Rabe. Außerdem gehören dem Vorstand RTL-Group-Chefin Anke Schäferkordt, Finanzchefin Judith Hartmann und Arvato-Boss Achim Berg an. dh
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