Bernd Buchholz Ex-G+J-Chef wird Compliance-Anwalt

Montag, 23. Juni 2014
Bernd Buchholz
Bernd Buchholz

Bernd Buchholz is back - wenn auch weder erneut in der Medienbranche noch wie danach eigentlich geplant in der großen Politik. Sondern: Als Anwalt in der Großkanzlei Causa Concilio. Dort wird der frühere Vorstandschef von Gruner + Jahr ein ganz bestimmtes Themengebiet beackern. Im Hamburger Büro der Rechtsanwalts- und Notarkanzlei Causa Concilio (aus dem Lateinischen frei übersetzt: Rechtsempfehlung) soll Buchholz als Of Counsel die "gesellschaftsrechtliche Beratungspraxis ausbauen und voranbringen", teilt die Kanzlei mit. Of Counsel - so nennt man in der Juristerei meist namhafte Experten, die als Anwalt in einer Kanzlei weder angestellt noch Partner sind, sondern nur bei bestimmten Themen, Aufgaben oder Mandanten herangezogen werden, wo ihnen besondere Expertise zugeschrieben wird.

Das Gebiet, auf dem sich Causa Concilio von Buchholz mit seiner "großen Praxiserfahrung in nationalen und internationalen Märkten" Kenntnisse oder Kontakte erhofft, lässt sich aus der Presseinfo der Advokaten herauslesen: die Beratung von Vorständen, Aufsichtsräten und Geschäftsführern vor allem in Sachen Compliance. Der energetische Ex-Verlagsboss wird sich da also mit Fragen der Einhaltung von Gesetzen, Richtlinien und (auch freiwilligen) Regeln in Unternehmen befassen. Vielleicht geht es der Kanzlei aber auch weniger um Buchholz' Compliance-Expertise, sondern eher um sein Netzwerk in der Medienwirtschaft, in der Causa Concilio möglicherweise neue Mandanten akquirieren möchte.

Buchholz, heute 52, hatte Gruner + Jahr als Vorstandschef nach längeren Streitereien mit dem Hauptgesellschafter Bertelsmann im September 2012 verlassen, nach insgesamt 16 Jahren im Verlag, davon die letzten fast vier Jahre als CEO (und Bertelsmann-Vorstandsmitglied) und davor weitere fünf Jahre als Deutschland- und Zeitschriftenvorstand. Vor seiner Zeit bei G+J war der promovierte Jurist in der Politik (von 1992 bis 1996 saß er für die FDP im schleswig-holsteinischen Landtag, seit 1993 als Parlamentarischer Geschäftsführer).

Und mochte eigentlich wieder dorthin zurück: Mit der Bundestagswahl im Herbst 2013 wollte Buchholz als Abgeordneter ins Parlament einziehen und hatte mit Platz 2 auf der schleswig-holsteinischen FDP-Landesliste (gleich hinter Wolfgang Kubicki) auch einen sicheren Listenplatz - doch die Liberalen schafften es ja bekanntlich gar nicht erst in den Bundestag. rp

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