Beitrag zur Rechtschreibreform MDR Aktuell geht dem Postillon auf den Leim

Mittwoch, 03. August 2016
Der Beitrag des Postillon stieß beim MDR auf Interesse
Der Beitrag des Postillon stieß beim MDR auf Interesse
Foto: Der Postillon
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MDR Postilleon Radiobeitrag Rechtschreibreform Facebook


Dem MDR ist ein peinlicher Fehler unterlaufen: In einem Radiobeitrag zu "20 Jahre Rechtschreibreform" vermeldete der Sender MDR Aktuell, dass mit Beginn des neuen Schuljahres die gerne verwechselten Wörter "seid" und "seit" zu "seidt" zusammengezogen werden. Dumm nur, dass die Quelle das Satireportal "Der Postillon" war.
MDR Aktuell verkündete die vermeintliche Neuerung am Ende eines rund 2 Minuten langen Radiobeitrags. Darin heißt es wörtlich: "Ja, die Rechtschreibreform lässt vieles zu und verzeiht vieles. Und dennoch wird auch heute, 20 Jahre nach des Inkrafttretens (sic), immer noch an ihr herumgebastelt. Die beiden Wörtchen seid und seit sollen ab dem neuen Schuljahr zusammengelegt werden in seidt - also hinten mit 'd' und 't'. Denn an der richtigen Verwendung von seid oder seit scheiterten bisher 70 Prozent der Deutschen." Dabei saßen die Autoren des Beitrags einer Meldung des Satireportals "Der Postillon" vom 31. Mai auf. Auch die zahlreichen Rechtschreibfehler in einem angeblichen Statement des Deutschen Lehrerverbands ("Schon seid Jahren ist die richtige Schreibung in diesem Sonderfall für viele Schüler eine Gradwanderung. Das es nun einen einheitlichen Standart gibt, dürfte diesen beliebten Fehler entgültig eleminieren.") machte die Redakteure offensichtlich nicht stutzig.

Der Postillon bejubelt seinen neuerlichen Coup bei Facebook, der bislang fast 16.000 Reaktionen und 1000 Kommentare hervorrief. Der entsprechende Beitrag von MDR Aktuell ist nach wie vor in der Mediathek des MDR zu finden. Die Redaktion hat den Fauxpas per Twitter eingeräumt. "Wir prüfen, wie das passieren konnte", heißt es in dem Tweet von MDR Aktuell. Nach außen hin nimmt der Mitteldeutsche Rundfunk den Fehler mit Humor: Nun wolle man gemeinsam mit dem Postillon weiter an der Rechtschreibreform arbeiten, kündigt die Rundfunkanstalt in einem weiteren Tweet an: "'Seidt' war nur der erste Schritt. Jetzt gehen wir das 'ß' an." dh


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