Bauer vs. Spiesser Schulleiter müssen Verteilung zustimmen

Freitag, 20. September 2013
Der "Spiesser" darf nur noch mit Genehmigung ausgelegt werden
Der "Spiesser" darf nur noch mit Genehmigung ausgelegt werden

Ein Urteil, zwei Lesarten: Nach dem Urteil des Oberlandesgerichts München verkündet die Bauer Media Group, man habe sich "in allen entscheidenden Punkten durchgesetzt". Gestern hatte sich der "Spiesser" per Pressemitteilung zum Sieger des Rechtsstreits erklärt. Ein bisschen Recht haben offensichtlich beide Verlage mit ihrer Interpretation des Urteils: Während der Spiesser Verlag betont, dass man wieder mit der verbreiteten Auflage nach IVW bei Kunden werben darf, hebt Bauer die Auflagen des Gerichts zum Vertrieb hervor. So hat das Gericht entschieden, dass der "Spiesser" nur noch mit Genehmigung der jeweiligen Schulleitung ausgelegt werden darf.

Nach Darstellung der Bauer Media Group muss Spiesser dem Konkurrenten außerdem Auskunft darüber erteilen, an welchen Schulen die Zeitschrift in der Vergangenheit ausgelegt worden ist. Laut Spiesser geht es dabei aber lediglich um drei bis vier Schulen, an denen die Verbreitung angeblich ohne die Zustimmung des Schulleiters erfolgte. Die genaue Zahl der strittigen Auslagestellen ist noch nicht bekannt, da die Urteilsbegründung noch nicht vorliegt.

Außerdem muss der Dresdner Verlag Schadensersatz für den nach Ansicht von Bauer "rechtswidrigen Vertrieb" seiner Zeitschrift leisten. In dieser Hinsicht gibt sich der Verlag indes betont gelassen: "Die aus dieser Frage abgeleitete Feststellung einer wettbewerbsrechtlichen Schadensersatzpflicht ist, wie Juristen wissen, von eher theoretischer Natur", so Spiesser-Geschäftsführer Frank Haring.

Bauer wollte dem Gratis-Konkurrenten seines Jugendmagazins "Bravo" verbieten lassen, mit offiziellen IVW-Zahlen zu werben. Das Verbot der Werbung mit den Auflagenzahlen der IVW aus der ersten Instanz wurde vom Oberlandesgericht München allerdings wieder aufgehoben. dh
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