Bauer Wiesenthal Center erhebt schwere Vorwürfe gegen "Der Landser"

Mittwoch, 31. Juli 2013
Das Weltkriegs Magazin "Der Landser" sorgt für Ärger
Das Weltkriegs Magazin "Der Landser" sorgt für Ärger

Verharmlost Bauers Weltkriegs-Magazin "Der Landser" den Nationalsozialsmus? Entsprechende Vorwürfe bringt das amerikanische Simon Wiesenthal Center hervor: Die Geschichten in dem Magazin seien dazu geeignet, das Dritte Reich reinzuwaschen, wie der deutsche Historiker Stefan Klemp in einer Studie für das SWC schreibt. Die Organisation sieht darin einen Verstoß gegen das Strafrecht und forderte das Bundesinnenminsiterium deshalb dazu auf, den "Landser" zu verbieten. Bauer widerspricht den Vorwürfen. Einer der Aufhänger von Klemps Studie ist die Art und Weise, wie die Waffen-SS im "Landser" behandelt werde. "'Der Landser' spielt die Rolle der Waffen-SS herunter, indem er ihre Mitglieder als normale Soldaten beschreibt. 'Der Landser' nutzt hier die gleichen Methoden wie bei der Wehrmacht. Die Waffen-SS wird als eine normale militärische Einheit beschrieben", heißt es in dem 30 Seiten langen Dokument. Nach eigenen Angaben schildert "der Landser" lediglich den Zweiten Weltkrieg aus Sicht der deutschen Soldaten, im Endeffekt würden durch die Art und Weise der Berichterstattung jedoch die Waffen-SS, Nazi-Verbrecher und das Dritte Reich verharmlost, schreibt Klemp.

Das Simon Wiesenthal Center habe deswegen das Bundesinnen- sowie das Bundesjustizministerium aufgefordert, eine mögliche Verletzung von Paragraph 86 des Strafgesetzbuches zu untersuchen, der die Verbreitung von Nazi-Propaganda unterbindet, so Rabbi Marvin Hier. Gleichzeitig habe man sowohl Amazon sowie Apple darum ersucht, die Digital-Ausgabe des "Landser" aus dem Online-Shop bzw. iTunes zu entfernen. Während Amazon Deutschland diesem Ansinnen eine Absage erteilt habe, nehme das Innenminsterium die Vorwürfe des SWC gegen den "Landser" sehr ernst und werde eine Untersuchung einleiten, wie die "New York Times" berichtet.

Die Bauer Media Group, bei dessen hundertprozentiger Tochter Pabel Moewig Verlag "Der Landser" erscheint, weist indesssen die Anschuldigungen zurück: "Alle Publikationen der Bauer Media Group stehen im Einklang mit den in Deutschland geltenden Gesetzen. Das gilt auch für 'Der Landser'", heißt es in einem offiziellen Statement des Unternehmens. Und weiter: "Die deutsche Öffentlichkeit sei äußerst sensibel und aufmerksam, wenn es um die mit dem Zweiten Weltkrieg verbundenen Themen gehe, insbesondere um die Naziverbrechen. Die diesbezüglichen Gesetze sind sehr streng."

Das Magazin sei seit 1957 auf dem Markt und wiederholt von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften untersucht worden, ohne dass es Beanstandungen gegeben habe. Zusätzlich lasse Bauer freiwillig Ausgaben presserechtlich überprüfen. "Der Verlag legt größten Wert darauf, dass darin weder der Nationalsozialismus verherrlicht wird, noch Naziverbrechen verharmlost werden." ire
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