Bauer Familienverlag überholt G+J beim Umsatz / Prognose leicht verfehlt

Donnerstag, 28. August 2014
Verlegerin Yvonne Bauer
Verlegerin Yvonne Bauer
Foto: Bauer Media

Knapp darunter, aber trotzdem viel: Die Bauer Media Group verfehlt ihre Umsatzprognose für 2013 leicht. Im vergangenen Jahr hat der Großverlag seine weltweiten Erlöse gegenüber 2012 um 9 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro gesteigert, melden die Hamburger an diesem Donnerstag. Ende vergangenen Jahres hatte Bauer für 2013 noch knapp 2,4 Milliarden Euro Umsätze erwartet; das wäre ein Plus von fast 11 Prozent gewesen. Nicht geändert hat sich der Grund für das Erlöswachstum.
  Denn getrieben ist dieses Wachstum durch den Kauf des australischen Großverlags ACP, der sich 2013 voll in der Bilanz niederschlägt. Bereinigt und organisch, also ohne diese Akquisition, würden sich die Umsätze in diesem Jahr "stabil" entwickeln, hatte Verlegerin Yvonne Bauer im November 2013 auf Nachfrage erklärt. Wobei "stabil" im PR-Sprech immer auch ein kleines Minus bedeuten kann. Zu berücksichtigen sind indes auch Wechselkursdifferenzen und Verkäufe einzelner Titel im Ausland.

Damit hat Bauer den schrumpfenden Ortskonkurrenten Gruner + Jahr (Umsatz 2013: knapp 2,1 Milliarden Euro) nun tatsächlich überholt. 2012 lag G+J bei den Erlösen noch leicht vor Bauer. Nummer Eins ist weiterhin Burda (Umsatz 2013: 2,6 Milliarden Euro) - allerdings erzielt Burda große Teile seiner Umsätze durch verlagsfremdes Digitalgeschäft, Stichwort Tierfutter.

Zurück zu Bauer: Mit seinem Kerngeschäft Print erzielte der Familienverlag 2013 einen weltweiten Gesamtumsatz von knapp 1,9 Milliarden Euro, fast 9 Prozent mehr als 2012; ACP lässt grüßen. Das Radiogeschäft stagniert bei 203 Millionen Euro. Das digitale Business wächst zwar um fast 23 Prozent auf 81 Millionen Euro Umsatz (die Prognose lag übrigens bei 86 Millionen Euro), kam aber über einen nach wie vor homöopathischen Anteil von 3,5 Prozent nicht hinaus.

Durch die Zukäufe verschieben sich die geographischen Gewichte: Knapp 65 Prozent (2012: 60 Prozent) seiner Erlöse erzielte der Verlag im Ausland, vor allem in Großbritannien, Polen, USA und jetzt auch Australien. Der Umsatz im deutschen Markt war 2013 leicht rückläufig (minus 2,4 Prozent). Für 2014 rechnet Bauer weltweit mit einem "stabilen" Gesamtumsatz. rp
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