Barbara Schöneberger "Ich möchte endlich mal selbst der Inhalt sein"

Donnerstag, 06. August 2015
Das Redaktionsteam von "Barbara": Barbara Schöneberger, Chefredakteurin Brigitte Huber, Redaktionsleiterin Stefanie Hellge
Das Redaktionsteam von "Barbara": Barbara Schöneberger, Chefredakteurin Brigitte Huber, Redaktionsleiterin Stefanie Hellge
Foto: Christian Augustin

Es wird in diesem Jahr Gruner + Jahrs größter Zeitschriftenstart und (nach Bauers "People") der zweitgrößte in Deutschland: Das monatliche Frauenmagazin "Barbara" ab Herbst, benannt nach der TV-Moderatorin Barbara Schöneberger, die als Editor-at-Large firmiert, als Sparringspartner der Chefredaktion fungiert und als Namensgeberin mitkassiert. In HORIZONT spricht sie erstmals über ihr Projekt.

Im Juni hatte G+J das Projekt kurz und knapp bekannt gegeben – und nun erklären die drei Macherinnen, was genau sie da vorhaben mit "Barbara". Es soll kein Heft über Schöneberger werden und erst recht kein Fan-Magazin – "sondern ein Produkt, das ihre Persönlichkeit, ihre Weltsicht, ihre Haltung, ihre Emotionen und auch ihren Humor in eine Zeitschrift übersetzt", sagt Chefredakteurin Brigitte Huber, die im Hauptjob das G+J-Frauenflaggschiff "Brigitte" führt. "Das müssen wir uns erarbeiten", ergänzt Redaktionsleiterin Stefanie Hellge, "dafür brauchen wir ihre Ideen und ihre Gedanken als regelmäßigen Impuls und Input".

Alle zwei Wochen schaut Schöneberger zur Besprechung in der Hamburger Redaktion vorbei, außerdem schreibt sie das Editorial selber, ein paar kürzere Texte und führt in jedem Heft ein großes Interview mit einem anderen Prominenten, quasi auf Augenhöhe. Die meisten Themen stammen aber aus der Redaktion. Das Heft muss auch funktionieren bei Leserinnen, die Schöneberger zwar sympathisch finden, die aber keine Fans sind, sagt Hellge.
Doppelseite aus dem Dummy von "Barbara"
Doppelseite aus dem Dummy von "Barbara" (Bild: G+J)
Inwieweit wird "Barbara" anders als andere Frauenzeitschriften? Wie setzt sich die Redaktion zusammen? Warum nennt G+J keinen genauen Starttermin ("Herbst")? Und warum kam man ausgerechnet auf Schöneberger als Patronin? Dies lesen Abonnenten in der HORIZONT-Ausgabe 32/2015, die am 6. August erscheint. Doch nun hat Barbara Schöneberger das Wort.

Moderieren, singen – und jetzt schreibt sie auch noch! Frau Schöneberger, warum werden Sie Herausgeberin einer Frauenzeitschrift? Ich finde die Aufgabe interessant, endlich auch Inhalte mit zu entwickeln und in einem Team zu erarbeiten. Häufig ist es bei mir bisher so, dass ich den Inhalten als Moderatorin nur eine Form gebe. Ich bin praktisch die Corsage für anderer Leute Inhalte. Und nun möchte ich endlich mal selbst der Inhalt sein und hoffentlich ein Händchen dafür haben, was anderen Leuten Spaß und Unterhaltung bringt.

Zeitschriftenmacher stellen manchmal ihre persönlichen Themeninteressen und Sichtweisen zurück, weil die Hefte ja in erster Linie bei den Lesern ankommen sollen. Werden Sie das auch tun – oder wird "Barbara" zu 100 Prozent Schöneberger? Also, natürlich wird "Barbara" viel von mir und somit eine gute Portion Schöneberger enthalten. Aber, das Heft wird ja nicht komplett alleine und ausschließlich von mir bestimmt. Gemeinsam mit dem Redaktionsteam und der Chefredakteurin Brigitte Huber werden wir uns Stück für Stück und Heft für Heft klar werden müssen, was unsere Leserinnen sich von dem Heft wünschen. Sicher möchten sie eine bunte Mischung an Themen, so wie es eine gute Frauenzeitschrift ausmacht. Ich würde mich freuen, wenn die von uns gewählten Schwerpunkte das Interesse unserer Leserinnen widerspiegeln. Wir machen das Heft ja nicht nur zu unserer persönlichen Befriedigung, sondern vor allem dafür, dass sich möglichst viele Käuferinnen und Leserinnen finden, die es gut, spannend und unterhaltsam finden.

Chefredakteure und Herausgeber müssen sich und ihre Hefte hin und wieder auch der Werbewirtschaft präsentieren. Dürfen sich Marketingchefs und Mediaagenturen schon auf Ihre Besuche freuen? Sie können sicher sein, dass ich jeden einzelnen Marketingchef, Mediaagenturmitarbeiter und Journalisten Deutschlands persönlich besuchen und mit ihnen darüber sprechen werde, was wir vorhaben. Tatsächlich sind natürlich Promotionstermine geplant, das gehört einfach dazu. Zum Glück bin ich das durch meine bisherige Tätigkeit aber ja schon gewohnt und muss mich hier nicht komplett neu einstellen. Da es sich bei unserem Heft um etwas wirklich Neues handelt, glaube ich, dass es wichtig ist, mit den Menschen, die dann auch damit zu tun haben werden, zu sprechen und sie an das Thema heranzuführen und zu überzeugen.
Interview: Roland Pimpl

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