Babylon Berlin Serienprojekt von ARD und Sky wackelt

Dienstag, 20. Oktober 2015
WDR-Chef Tom Buhrow
WDR-Chef Tom Buhrow
Foto: WDR/Herby Sachs
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Die erste gemeinsame Fernsehserie einer öffentlich-rechtlichen Anstalt und eines Bezahlsenders, "Babylon Berlin", hat offensichtlich noch mit Anlaufproblemen zu kämpfen. Das deutete WDR-Intendant Tom Buhrow am Montagabend in der Live-Sendung "ARD Check" an. "Ich habe das extra nicht erwähnt, weil ich gehört habe, es wackelt", sagte Buhrow über das Projekt von ARD und Sky in einer Debatte zu Qualitätsserien. "Das ist eine ganz ehrgeizige Sache. Das heißt, es wird teuer und das wird eine Riesenanstrengung."

Internationale Geldgeber seien nötig. Buhrow: "Und noch ist das Geld nicht ganz zusammen. Das muss man ehrlich sagen." Das Vorhaben war vor gut einem Jahr angekündigt worden. Die Produktion von X-Filme und Beta Film beruht auf der Bestseller-Reihe von Volker Kutscher um Kommissar Gereon Rath, der im Berlin der 1920er Jahre ermittelt.

Neben Buhrow stellte sich auch NDR-Intendant und ARD-Vorsitzende Lutz Marmor Fragen von Zuschauern. 1,62 Millionen Zuschauer schalteten ein. Als Gast trat unter anderem Talkmasterin Anne Will auf. Sie betonte, bei ihrem Interview mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Flüchtlingskrise Anfang Oktober habe es keine abgesprochenen Fragen gegeben: "Eine Kanzlerin sagt dann nicht: Übrigens, ich müsste die erste Frage wissen. Die und die Fragen werden mir nicht gestellt."

"
Tatort"-Fernsehkommissarin Sabine Postel beklagte wachsenden Druck beim Dreh "auf dem Rücken der Mitarbeiter". "Wenn wir schon so ein paar Produkte haben, auf die wir richtig stolz sein können: Warum ist das Stück vom Kuchen, das wir kriegen, so klein?" Marmor sagte dazu: "Ich kann das gut nachvollziehen, denn das Geld ist bei uns knapp."

Marmor und Buhrow betonten die Notwendigkeit einer besseren Finanzausstattung für die Öffentlich-Rechtlichen. Es werde an vielen Stellen gespart. "In vielen Bereichen sind wir am Ende. Und jetzt wird der nächste Schritt sein: Wenn die Öffentlichkeit sagt: Wir wollen Euch nicht mit dem Geld ausstatten" okay, aber dann wird jetzt der Schritt sein, dass Sie weniger sehen und hören." dpa

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