BVDW-Erhebung Adblocker-Rate geht weiter zurück

Freitag, 17. März 2017
Der Anteil der geblockten Werbung geht zurück
Der Anteil der geblockten Werbung geht zurück
Foto: Fotolia / wsf-f

Der Anteil der geblockten Online-Werbung ist weiter rückläufig. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Online-Vermarkterkreises (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft hervor. Demnach sank die Adblocker-Rate im 4. Quartal des vergangenen Jahres auf 17,0 Prozent. Im 3. Quartal waren es noch 19,1 Prozent. 
Der OVK führt den weiter rückläufigen Anteil geblockter Display-Werbung auf dem Desktop vor allem auf die Bemühungen um bessere Onlinewerbung und die Aufklärungmaßnahmen zahlreicher Publisher zurück: "Branchenweite Maßnahmen wie ein offener Dialog mit den Nutzern sowie die Optimierung der Qualität der Online-Werbung entfalten mehr und mehr ihre Wirkung", erklärt Gruner+Jahr-Mann Oliver von Wersch. Ein weiterer Faktor sei die zunehmende Verlagerung der Nutzung auf mobile Endgeräte, auf denen Adblocker-Nutzung derzeit keine nennenswerte Rolle spielt. "Für eine realistische Darstellung der Adblocker-Thematik ist es wichtig, dass wir den mitunter sehr abenteuerlichen Hochrechnungen im Markt eine tatsächlich gemessene Rate gegenüberstellen", betont von Wersch. Die Adblocker-Rate des BVDW basiert auf den freiwilligen Angaben von rund zwei Dritteln der OVK-Mitgliedsunternehmen, die dem Verband den Anteil der unterdrückten Werbung melden. 

Ein wichtiger Grund für die weiter gesunkenen Adblocker-Rate dürften auch die massiven technischen Gegenmaßnahmen vieler Vermarkter und Publisher gegen Adblocker sein. So werden die Inhalte auf zahlreichen Websites großer Anbieter wie Axel Springer oder Gruner + Jahr für Nutzer von Adblockern gesperrt. Außerdem wird von einigen Vermarktern gezielt geblocktes Inventar vermarktet.
Oliver von Wersch
Bild: BVDW

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