BVDW Bewegtbild boomt vor allem im Westen

Freitag, 08. April 2016
BVDW-Vizepräsident Marco Zingler stellte bei der Bewegtbild-Konferenz eine Umfrage zur Bewegtbildnutzung in Deutschland vor
BVDW-Vizepräsident Marco Zingler stellte bei der Bewegtbild-Konferenz eine Umfrage zur Bewegtbildnutzung in Deutschland vor
Foto: Denkwerk
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Dass sich Onlinevideo- und Streamingplattformen zunehmender Beliebtheit erfreuen, ist nicht neu - dass es in der Nutzung dabei deutliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland gibt, schon. Auch Alter und Einkommen sind entscheidende Faktoren. Das geht aus einer Umfrage von TNS Infratest und BVDW hervor, die der Verband bei seiner ersten Bewegtbild-Konferenz am Donnerstag in Köln vorgestellt hat.
Insgesamt 71 Prozent der deutschen Onliner sehen über Kabel, Satellit oder DVB-T fern. 40 Prozent der Befragten aus Westdeutschland ziehen allerdings Onlinevideo bereits den klassischen Emfpangswegen vor - im Osten ist der Anteil mit 29 Prozent rund ein Viertel niedriger. Auch wenn es um die Nutzung von Portalen wie Youtube, Clipfish oder Myvideo geht, halt sich Umfrageteilnehmer aus Ostdeutschland noch zurück: Ihr Anteil liegt bei 48 Prozent, im Westen sind es 58 Prozent. Parallel dazu ist die Nutzung von Streamingdiensten wie Netflix, Maxdome oder Watchever im Osten mit nur 14 Prozent deutlich unpopulärer als im Westen (25 Prozent). Insgesamt haben TNS und BVDW 1046 Onliner befragt. Regionale Unterschiede bei jüngeren technologischen Entwicklungen sind für Marco Zingler, BVDW-Vizepräsident und Geschäftsführer von Denkwerk, nicht ungewöhnlich. Verantwortlich sei vor allem der schleppende Breitbandausbau in ländlichen Gebieten, wegen dem Deutschland im Bereich Onlinevideo im internationalen Vergleich insgesamt hinterher hinke: "Die Politik wartet auf die Konzerne und die Konzerne warten auf die Politik", so Zingler in Köln. Trotzdem werde künftig die Verschiebung von linearem TV hin zu Video-on-Demand weiter Fahrt aufnehmen.

Denn vor allem für die Jugend spielt Onlinevideo eine wichtige Rolle. 82 Prozent der 16- bis 24-Jährigen nutzen Clipfish, Youtube, Myvideo und Co. Bei den 55- bis 65-Jährigen ist der Anteil mit 40 Prozent nicht einmal halb so hoch. Beim Videostreaming ist der Unterschied noch auffälliger: Nur jeder zehnte Befragte im Alter zwischen 55 und 65 Jahren nutzt derartige Angebote, bei den 16- bis 24-Jährigen sind es 40 Prozent.

Doch nicht nur das Alter, sondern auch die finanziellen Verhältnisse wirken sich auf die Nutzung von Onlinevideo aus. Während ein Drittel (33 Prozent) der Onliner in Deutschland mit einem Haushaltseinkommen zwischen 50.000 und 60.000 Euro Video-Streamingdienste nutzt, ist der Anteil bei Befragten mit einem Haushaltseinkommen unter 20.000 Euro mit 18 Prozent deutlich geringer. kan
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