BDZV-Vermarktungsgipfel Media Markt Saturn sucht Werbe-Gegengewichte zu Google und Facebook

Mittwoch, 29. März 2017
Manfred Bosch, Geschäftsführer von Redblue Marketing, beim BDZV-Vermarktungsgipfel.
Manfred Bosch, Geschäftsführer von Redblue Marketing, beim BDZV-Vermarktungsgipfel.
Foto: BDZV
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Bitte um Beistand: Manfred Bosch, Geschäftsführer von Redblue Marketing, der hauseigenen Werbeagentur des Elektronikhandelsriesen Media Markt Saturn, ruft Tageszeitungen zu mehr Kooperationen mit Werbekunden auf, damit beide Seiten den US-Digitalriesen kraftvoller begegnen könnten. "Wir wollen nicht nur zu Google und Facebook!", sagte Bosch beim Vermarktungsgipfel des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in Berlin.

Er prognostiziert, dass im Jahr 2020 über 70 Prozent des digitalen Werbevolumens bei Google und Facebook landen: "Das Duopol im Privatfernsehen ist eine Lachnummer im Vergleich dazu", so Bosch. Bei allem dürften die Tageszeitungen jedoch keinesfalls ihre regionale Stärke verlieren, weder redaktionell noch vertrieblich.

Und sie müssten bei der Werbeerfolgsmessung stärker berücksichtigen, welche Beiträge nicht-digitale Medien dafür leisten, dass Konsumenten am Ende online klicken oder kaufen, mahnt Christian Nienhaus, Vorsitzender der Geschäftsführung von Media Impact, dem Vermarkter von Axel Springer und der Funke Mediengruppe. Außerdem moniert er den "Alleingang" der TV-Sender, die Youtube und Facebook in die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) integrieren wollen.

Das vernachlässige die unterschiedlichen Nutzungssituationen, Umfelder und damit Wirkung von Videos etwa auf dem Smartphone als Nebenbei-Bildschirm. "Es ist eben nicht egal, wo Werbung läuft", sagt Nienhaus, "wir müssen uns gegen Gleichmacherei wehren". Stattdessen schlägt er die Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung (Agof) als besser geeignetes Bewegtbild-Joint Industry Committee vor.

Mehr zum BDZV-Vermarktungsgipfel, auf dem unter anderem auch Heiko Genzlinger (Score Media), Boris Schramm (Group M), Elke Schneiderbanger (AS&S) und Christian Schmalzl (Ströer) mitdiskutierten, lesen Abonnenten in der HORIZONT-Ausgabe 13/2017, die am Donnerstag, 30. März erscheint. rp

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