BDZV-Trendumfrage Verlage setzen auf neue journalistische Produkte

Mittwoch, 01. Februar 2017
Big Data steht weit oben auf der Prio-Liste
Big Data steht weit oben auf der Prio-Liste
Foto: Colourbox

Neue journalistische Produkte zu entwickeln ist das Top-Thema, mit dem sich Zeitungsverlage 2017 beschäftigen. Daneben stehen die Distribution via Social Media, Big Data und die weitere Digitalisierung ganz oben auf der Agenda der Verlage. Das sind Ergebnisse der Umfrage „Trends der Zeitungsbranche“, die die Unternehmensberatung Schickler bereits zum dritten Mal im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) erhoben hat.

Beteiligt haben sich in diesem Jahr 90 Geschäftsführer und Verleger und damit ein Drittel mehr als im Vorjahr. Damit ist auch die Aussagekraft der Umfrage gestiegen: Die Manager repräsentieren 49 Prozent der Tageszeitungsauflage in Deutschland. Das Marktumfeld, in dem die Verlage agieren, hat sich kaum verändert: Print verliert sowohl im Vertriebs- als auch im Anzeigenmarkt und zwar um 2,6 beziehungsweise 1,4 Prozent. Der Umsatz mit E-Papers steigt dagegen um 10,9 Prozent – wenn auch von niedrigem Niveau. Auch die Werberlöse sind deutlich gewachsen und zwar um 7,4 Prozent.

Nach Jahren, in denen die Diversifikation im Mittelpunkt der strategischen Überlegungen stand, rückt nun das Kerngeschäft wieder in den Fokus: Mit 70 Prozent plant der Großteil der befragten Verlage, weitere journalistische Produkte auf den Markt zu bringen. Bei den großen Verlagen sind es sogar 81 Prozent.

Drei große Trends flankieren diese Bestrebungen: Erstens treibend die Häuser die Verbreitung ihrer Inhalte über Social Media voran. 93 Prozent wollen die Distribution ausbauen oder haben dies schon getan, 78 Prozent sehen eine "hohe bis existenzielle Relevanz" dafür. Das meiste Potenzial attestieren die Befragten der Facebook-Tochter Whats App.

Der zweite Trend ist Big Data: Das Buzzwort tobt seit Jahren durch die Medienhäuser, aber nur 13 Prozent nutzen Algorithmen für Datenanalysen und vorhersagen bereits operativ. Das soll sich nun ändern: Ganze 58 Prozent wollen 2017 konkrete Initiativen starten. Als wichtigste Einsatzgebiete sehen sie Vermarktung und Vertrieb, Produktentwicklung und die Personalisierung von Inhalten.

Drittens schreiben sich die Verlage erneut die Digitalisierung ins Pflichtenheft. Dazu gehört – passend zu den vorhergehenden Trends – Digitalprofis einzustellen, beispielsweise Data Scientists und Social Media Redakteure. Strukturell wollen die Häuser Print- und Onlineredaktionen noch näher zusammenführen. Bereits umgesetzt haben dies zwei Drittel, im Plan ist es bei einem weiteren Fünftel. "Die Trennung der Print- und Onlineredaktionen ist in den Verlagen nahezu verschwunden", konstatiert Schickler. pap

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