BDZV-Studie 70 Tageszeitungen setzen auf Paid Content

Dienstag, 17. Dezember 2013
Das Bezahlmodell der "Bild" hat in der Branche viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen
Das Bezahlmodell der "Bild" hat in der Branche viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen


Immer mehr Zeitungen verlangen auch im Internet Geld für ihre Inhalte. Mittlerweile setzen 70 Zeitungstitel auf ihren Websites Paid-Content-Modelle ein - ein Zuwachs von 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das teilte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) heute in Berlin mit.
"Die Zahlen zeigen: Die Menschen sind bereit, auch in der Digitalwelt für gute journalistische Inhalte zu bezahlen", betont Hans-Joachim Fuhrmann, Mitglied der BDZV-Geschäftsleitung. Online-Vertriebserlöse seien neben Innovationen im Anzeigengeschäft elementar für langfristig erfolgversprechende Geschäftsmodelle.

Laut BDZV setzen 71 Prozent der Verlage auf ein Freemium-Modell, bei dem die Redaktion darüber entscheidet, welche Inhalte hinter der Bezahlschranke verschwinden. Das wohl bekannteste Beispiel für dieses Modell ist die "Bild"-Zeitung, aber auch die "Berliner Morgenpost" oder die "Frankfurter Neue Presse" setzen auf die Freemium-Variante.

Bei rund einem Viertel der Verlage kommt ein Metered Model zum Einsatz, bei dem pro Monat eine bestimte Anzahl von Artikeln frei zugänglich ist - im Schnitt sind es 17 Texte. Unter anderem "Die Welt", die "Badische Zeitung", der "Mannheimer Morgen" und der "Weser Kurier" versuchen ihren Nutzern damit Bezahlmodelle schmackhaft zu machen. Bei lediglich fünf Prozent der Verlage haben nur noch zahlende Nutzer Zugriffe auf die Inhalte, eine einzige Zeitung (die "taz") vertraut auf die Einsicht ihrer Leser und setzt auf freiwillige Bezahlung.

Bei den Bezahlmodellen dominiert das klassische Abo: Zwei Drittel der Verlage bietet ein Online-Abo an, das im Schnitt 8 Euro pro Monat kostet. Sehr weit verbreitet ist auch die Möglichkeit, einen Tagespass zu erwerben, der im Schnitt 1,10 Euro kostet. 60 Prozent der Tageszeitungen bieten dieses Modell an. Einzelne Artikel bieten nur fünf Prozent der Zeitungen zum Kauf an, die Preisspanne liegt bei 3 bis 30 Cent. Ein Digital-Abonnement, das in der Regel aus E-Paper und einem kompletten Online-Zugang besteht, kostet im Schnitt 19,30 Euro.

Der BDZV rechnet damit, dass bis Ende 2014 über 100 Zeitungen im Internet auf Paid Content setzen. Eine Übersicht über alle Zeitungen, die bereits entsprechende Modelle eingeführt haben, gibt es auf der Website des BDZV. dh
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