BDZV Springer-Chef Mathias Döpfner will Präsident der Zeitungsverleger werden

Donnerstag, 07. Juli 2016
Mathias Döpfner will BDZV-Präsident werden
Mathias Döpfner will BDZV-Präsident werden
Foto: Axel Springer

An diesem Donnerstag wird der Nachfolger gewählt für Helmut Heinen, Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). Nach HORIZONT-Informationen soll Axel-Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner das Amt antreten.

Seit Herbst vorigen Jahres steht fest, dass Helmut Heinen nach 16 Jahren sein Amt als Präsident des BDZV abgibt. Dem vorausgegangen waren Entscheidungen über grundlegende Veränderungen der Verbandsstruktur. Es geht darum, eine agilere und effektivere Medienpolitik zu betreiben, eine bessere Kommunikation nach innen wie außen sowie neue Initiativen im Gattungsmarketing zu entwickeln – „ein Thema, bei dem wir in der Vergangenheit gegenüber anderen Mediengattungen zurückgefallen sind“, wie Heinen im September 2015 im Gespräch mit HORIZONT einräumte.

Zwar war ursprünglich vorgesehen, Heinens Nachfolger bereits im Mai zu wählen. Lange war jedoch unklar, wer ihm folgen soll – beziehungsweise wer überhaupt bereit ist, seine Nachfolge anzutreten. An diesem Donnerstag wird die Wahl stattfinden. Zur Kandidatur bereit erklärt hat sich Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE.

Immer wieder war Döpfners Name genannt worden. Vorbehalte gegen ihn gab es unter den Verlegern durchaus. Eine Rolle spielte, dass Springer sich von all seinen Regionalzeitungen getrennt hat und im Verdacht steht, ohnehin nur die Interessen von „Welt“ und insbesondere „Bild“ im Blick zu haben.

Für diesen Verdacht sprach auch Springers Agieren im Werbegeschäft: So torpedierte Vermarktungschef Christian Nienhaus lange Zeit das wichtigste Gemeinschaftsprojekt der regionalen Tageszeitungen – den nationalen Zeitungsvermarkter Score Media – mit etlichen Gegeninitiativen. Dies sorgte auch bei der Funke Mediengruppe für Irritationen, mit der Springer das Vermarktungs-Joint-Venture Media Impact betreibt.

Andererseits verfolgt die Branche den Wunsch, im Konzert mit der Politik Gewicht und Gesicht zu zeigen, was wiederum gegen andere Kandidaten sprach. Hinzu kommt, dass die meisten Großverlage längst nicht mehr mit allen ihren Zeitungstiteln im BDZV vertreten sind.

Nun scheint es auf Döpfner hinauszulaufen. Die Wahrscheinlichkeit, dass er am Donnerstagnachmittag von der Delegiertenversammlung zum neuen BDZV-Präsidenten gewählt wird, ist hoch. Ihm zur Seite stünden zwei Vize-Präsidenten als Vertreter der großen Verlage. Gute Chancen werden dabei Thomas Düffert, Chef der Mediengruppe Madsack, und Richard Rebmann von der Südwestdeutschen Medienholding (SWMH) eingeräumt. Über die Landesverbände könnten als weitere Vizepräsidenten Hans-Georg Schnücker (Mainz) und Valdo Lehari (Reutlingen) hinzukommen. hor

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