BDZV Mehr als 50 Verlage bieten Paid Content an

Mittwoch, 02. Oktober 2013
Neben Springers "Welt" bieten 55 weitere deutsche Zeitungen Paid Content an
Neben Springers "Welt" bieten 55 weitere deutsche Zeitungen Paid Content an


Die Bezahlkultur für journalistische Inhalte befindet sich nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hierzulande auf einem guten Weg: 56 deutsche Zeitungstitel hätten mittlerweile Paid Content-Modelle auf ihren Websites installiert. Dabei wird eine Variante von den Medienhäusern eindeutig favorisiert, wie der Branchenverband auf der Konferenz "Zeitungen machen mobil" heute in Hamburg darlegte.
Die Entwicklung von Bezahlmodellen in Deutschland (Grafik: BDZV)
Die Entwicklung von Bezahlmodellen in Deutschland (Grafik: BDZV)
Mit 70 Prozent setzt der Großteil der Verlage auf das Freemium-Model, bei dem die Redaktionen selbst entscheiden, welche Artikel kostenpflichtig sind. Fast ein Viertel verwendet das Metered Model, bei eine begrenzte Anzahl von Artikeln frei lesbar ist, ehe die Bezahlschranke runtergeht. Lediglich 5 Prozent verbergen alle Inhalte hinter einer Paywall, außerdem setzt mit der "taz" eine Zeitung auf freiwillige Bezahlung. Laut BDZV ist die Zahl der Bezahlangebote im Netz damit um gut 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Welche Zeitungen auf Paid Content setzen, ist unter bdzv.de/paidcontent.html einsehbar.

Mit Axel Springers "Welt" startete im vergangenen Jahr erstmals eine große überregionale Tageszeitung ein Bezahlmodell, wenig später legte der Konzern bei der "Bild" nach. Mit der "Zeit", der "Süddeutschen Zeitung" und der "Frankfurter Allgemeinen" kündigten weitere namhafte Zeitungen Paid-Content-Lösungen an. Auch im Netz für journalistische Produkte Geld zu verlangen, wird also langsam salonfähig. Dass die Nutzer durchaus aufgeschlossen sind, zeigen nicht zuletzt die 47.000 Online-Abonnenten der "Welt". "Die Menschen sind bereit, für gute Inhalte auch in der digitalen Produktwelt der Verlage zu bezahlen, das ist die wichtigste Nachricht", freut sich denn auch Hans-Joachim Fuhrmann, Mitglied der BDZV-Geschäftsleitung. Neben den Werbeerlösen seien wachsende Vertriebsumsätze die Voraussetzung für erfolgversprechende Geschäftsmodelle der Verlage.

Weitere Erkenntnisse der BDZV-Expertise: Bei zwei Dritteln der Verlage haben die Nutzer die Wahl zwischen dem Abschluss eines Online-Abos - teilweise in Kombination mit dem E-Paper - oder einem Tagespass. Gut 28 Prozent bieten ausschließlich ein digitales Abonnement. Bei 5 Prozent besteht lediglich die Möglichkeit, einzelne Artikel zu kaufen. ire
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