Axel Springer übernimmt N24 Enge Kooperation mit der Welt-Gruppe

Montag, 09. Dezember 2013
Springer-Vorstand Jan Bayer wird Geschäftsführer des Nachrichtenriesen
Springer-Vorstand Jan Bayer wird Geschäftsführer des Nachrichtenriesen


Axel Springer sorgt für den nächsten Paukenschlag: Der Medienkonzern übernimmt den Nachrichtensender N24 und führt ihn mit seiner Welt-Gruppe zusammen. Ziel ist die Schaffung der führenden multimedialen Nachrichtenredaktion Deutschlands. N24 soll künftig als zentraler Bewegtbildlieferant für Springer fungieren.
"Wir wollen die führende multimediale Redaktion des Landes werden", sagt "Welt"-Chefredakteur Jan-Eric Peters, zu der Übernahme. Die Redaktion der "Welt" wird mit der Digitalredaktion von N24 zusammengelegt. Die neue gemeinsame Redaktion wird künftig die Inhalte für alle digitalen Kanäle der Welt-Gruppe und von N24 sowie für die Printprodukte der "Welt" produzieren.

Die TV- und Programmredaktion bleibt eigenständig und beliefert den Sender und die digitalen Angebote von "Welt" und N24 mit Bewegtbildinhalten. Beide Einheiten sollen inhaltlich eng miteinander verzahnt werden. Damit entsteht laut Unternehmen "eine der größten multimedialen Redaktionen in Deutschland".

Die Geschäftsführung des neuen Nachrichtenriesen übernehmen Jan Bayer, für die Welt-Gruppe zuständiger Vorstand bei Axel Springer, Torsten Rossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung von N24, und Stephanie Caspar, Verlagsgeschäftsführerin der Welt-Gruppe. Stefan Aust, bislang Gesellschafter von N24 wird wie bereits berichtet ab Januar 2014 Herausgeber der Welt-Gruppe. Auf redaktioneller Ebene verantwortet Jan-Eric Peters alle Inhalte der "Welt" und die gemeinsamen digitalen Angebote, N24-Chefredakteur Arne Teetz zeichnet für die Bewegtbildinhalte verantwortlich.

"N24 und die 'Welt'-Gruppe ergänzen sich hervorragend und bilden zusammen das multimediale Spektrum des Journalismus ab", sagt Springer-Vorstand Jan Bayer: "N24 profitiert in dieser Partnerschaft von der redaktionellen Qualität und Digital-Expertise der 'Welt'-Gruppe. Axel Springer und die 'Welt'-Gruppe erhalten Zugang zur Bewegtbild- und Live-Nachrichten-Kompetenz von N24."

Die Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen und medienrechtlichen Genehmigung durch die zuständigen Behörden. Der letzte Anlauf von Axel Springer, ins TV-Geschäft einzusteigen, war noch am Veto der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) gescheitert. Die Medienhüter hatten dem Verlag 2006 die Übernahme des TV-Konzerns Pro Sieben Sat 1 untersagt, da das Unternehmen nach Ansicht der KEK eine vorherrschende Meinungsmacht auf dem deutschen Medienmarkt erlangt hätte. Springer klagte gegen die Entscheidung - und bekam schließlich Recht: 2012 entschied der Bayerische Verwaltungsgerichtshof, dass das Verbot rechtswidrig war und die KEK die Grenzen des ihr zustehenden Beurteilungsspielraums in mehrfacher Hinsicht überschritten habe.

Springer wollte mit dem Prozess vor allem die Rechtslage für künftige Akquisitionen klären - von daher sind die Voraussetzungen für ein positives Votum der Behörden dieses Mal wesentlich besser als vor sieben Jahren. dh
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