Axel Springer "Welt"-Gruppe sucht Video- und Social-Media-Experten

Montag, 30. Dezember 2013
Sucht neue Mitarbeiter: Welt-Chefredakteur Jan-Eric Peters
Sucht neue Mitarbeiter: Welt-Chefredakteur Jan-Eric Peters


Die "Welt"-Gruppe von Axel Springer stellt erstmals seit geraumer Zeit wieder in nennenswertem Umfang neue Mitarbeiter ein. Die Redaktion sucht derzeit nach Video- und Social-Media-Experten. Das sagte Chefredakteur Jan-Eric Peters im Interview mit dem "Medium Magazin".
"Natürlich werden wir weiter strikt auf die Kosten achten, aber wir wollen erstmals nach zwölf Jahren auch wieder in größerem Umfang neue Leute einstellen", sagte Peters dem Magazin für Journalisten. Bereits im Januar sollen sechs neue Videoredakteure ihre Arbeit im neuen Newsroom der "Welt" antreten. Nach ihnen wird derzeit über Aufrufe bei Twitter und Facebook gesucht. Leiter der neuen Bewegtbild-Redakteure wird Martin Heller, der sich zuletzt als Leiter Crossmedia an der Axel Springer Akademie um den Nachwuchs gekümmert hat und zuvor das Videoreporter-Team von "Spiegel Online" aufgebaut hat.

Außerdem sucht Peters nach Social-Media-Redakteuren. Bislang gibt es lediglich einen Redakteur, der sich um die sozialen Netzwerke kümmert, künftig soll mindestens ein Mitarbeiter permanent Facebook, Twitter & Co. bespielen. "Sie können sich leicht ausrechnen: Wir brauchen mindestens vier, fünf Redakteure, wenn wir das über sieben Tage in der Woche machen", so Peters. Insgesamt will der Chefredakteur deutlich mehr Nutzer über soziale Netzwerke zu den digitalen Angeboten der "Welt"-Gruppe locken. Bislang liege die Zahl der Nutzer, die über soziale Netzwerke zu Welt Online gelangen, laut Peters "im niedrigen einstelligen Prozentbereich". Bei vielen US-Medien liege der Anteil bei 20 Prozent.

Auch ein eigenes Team für die mobilen Angebote der "Welt" will Peters aufbauen. Vor allem nachrichtliche Themen seien bei der mobilen Nutzung auf Tablets und Smartphones gefragt: "Also brauchen wir Spezialisten, die unsere Themen passend kuratieren", so der Chefredakteur. Außerdem sollen künftig wieder sämtliche Texte von Korrektoren gegengelesen werden. Bislang werden nur etwa die Hälfte aller Print- und Online-Texte Korrektur gelesen. "Die Qualität wird steigen, wenn wie früher in der Zeitung alles klassisch Korrektur gelesen wird", ist Peters sicher.

Nachdem Axel Springer im vergangenen Jahr vor allem durch den Verkauf seiner regionalen Tageszeitungen und eines großen Teils seines Zeitschriftenportfolios Schlagzeilen gemacht hat, investiert der Medienkonzern nun wieder verstärkt in journalistische Inhalte. Anfang Dezember hatte Springer die Übernahme von N24 angekündigt. Der Nachrichtensender wird mit der Welt-Gruppe zusammengeführt und soll zum zentralen Bewegtbildlieferant von Axel Springer werden. Erklärtes Ziel ist die Schaffung der "führenden multimedialen Redaktion des Landes". dh
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