Axel Springer Vorstand bläst Umwandlung der Rechtsform ab / Wirbel um Stiftungsmodell

Montag, 15. Februar 2016
Friede Springer mit Mathias Döpfner
Friede Springer mit Mathias Döpfner
Foto: Christian Kielmann

Axel Springer hat eine ursprünglich geplante Änderung seiner Rechtsform verworfen. Der Vorstand habe entschieden, die Umwandlung der Gesellschaft in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) nicht weiter zu verfolgen. Unterdessen sorgt ein angeblicher Streit um ein Stiftungsmodell für Unruhe.
Laut Springer glauben inzwischen sowohl die Unternehmensführung als auch Mehrheitsgesellschafterin Friede Springer, dass die bisherige Rechtsform die bessere Alternative "für die langfristige Entwicklung des Unternehmens und dessen Attraktivität am Kapitalmarkt" ist. Ursprünglich hatte der Medienkonzern die Rechtsform ändern wollen, um den beherrschenden Einfluss von Friede Springer zu sichern. Bei Kapitalerhöhungen sollte der Einfluss der Axel Springer Gesellschaft für Publizistik, die von der Springer-Witwe kontrolliert wird, als Mehrheitseigentümer erhalten bleiben. Wie die Nachrichtenagentur dpa-AFX aus Konzernkreisen erfuhr, waren die Reaktionen des Kapitalmarktes auf die Pläne aber negativ. Zudem sei die Struktur einer KGaA sehr komplex. Eine Kapitalerhöhung sei derzeit nicht geplant, betonte ein Konzernsprecher.

Hinter der Gesellschaft stehen Friede Springer sowie zwei Enkel des 1985 gestorbenen Verlegers Axel Springer. Außerdem hält Frau Springer weitere persönliche Anteile.

Die Sicherung des Einflusses von Friede Springer sorgt hinter den Kulissen derzeit aber offenbar für ordentlich Unruhe. Nach Informationen der "FAZ" will die 73 Jahre alte Erbin des Vermögens von Verlagsgründer Axel Cäsar Springer ihre Anteile in eine Stiftung einbringen. Diese soll von der Berliner Rechtsanwältin und Notarin Karin Arnold, einer langjährigen Freundin von Friede Springer, geführt werden. Dass Arnold angeblich mit einer erheblichen Machtfülle ausgestattet werden soll, schmeckt dem "FAZ"-Bericht zufolge nicht allen im Konzern. So soll der Springer-Vorstand fürchten, dass Arnold die Möglichkeit zu erheblichen Eingriffen in seine Arbeit hätte – bis hin zur Besetzung einzelner Vorstandsposten. mas/dpa
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