Axel Springer Umsatzanteil des Digital-Geschäfts klettert auf 60 Prozent

Donnerstag, 07. Mai 2015
Mathias Döpfner kann erneut gute Zahlen präsentieren
Mathias Döpfner kann erneut gute Zahlen präsentieren
Foto: Axel Springer
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Digitalgeschäft Digitalisierung Axel Springer


Kein Medienhaus hat in den vergangenen Jahren so stark auf die Digitalisierung gesetzt wie Axel Springer. Allmählich macht sich die Strategie bezahlt. Das Digitalgeschäft war auch im 1. Quartal 2015 der wichtigste Wachstumsmotor und trug mehr als 60 Prozent zum Konzernumsatz und mehr als 70 Prozent zum Konzern-EBITDA bei.

Wie Springer mitteilt, kletterte der Umsatz in den ersten drei Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12,7 Prozent auf 780,6 Millionen Euro. Wesentliche Treiber waren vor allem die Rubriken- und Vermarktungsangebote, die jeweils zweistellig zulegten. Bereinigt um Konsolidierungs- und Währungseffekte erhöhten sich die Konzernerlöse um 2,5 Prozent. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent auf 119,8 Millionen Euro zu.

Digitale Geschäftsmodelle

Das Digitalgeschäft mit Pro-forma-Erlösen in Höhe von 469,7 Millionen Euro florierte nicht nur im In-, sondern auch im Ausland. Dort legten die Erlöse um 24,8 Prozent auf 370,3 Millionen Euro zu. Damit erwirtschaftete Springer 47,4 Prozent seines Umsatzes außerhalb Deutschlands. "Wir kommen mit unseren Wachstumsplänen im In- und Ausland sehr gut voran und schärfen unser Profil als führender digitaler Verlag. Durch die erfolgreiche Internationalisierung unseres digitalen Geschäfts erwirtschaften wir heute bereits rund die Hälfte unseres Umsatzes außerhalb Deutschlands", sagt Vorstandschef Mathias Döpfner. Dass die Werbeerlöse um satte 19 Prozent auf 483,3 Millionen Euro kletterten, hat Springer ebenfalls vor allem den wachsenden digitalen Medien zu verdanken, die organisch um 11,2 Prozent zulegten und satte 80,7 Prozent der Werbeerlöse im Konzern erwirtschafteten. 

Rubrikenangebote

Besonders stark zugelegt haben die Rubrikenangebote. Hier legte der Umsatz um 58,5 Prozent auf 176,2 Millionen Euro zu, das EBITDA stieg ebenfalls deutlich um 46,6 Prozent auf 70,7 Millionen Euro.

Bezahlangebote

Weniger erfreulich ist die Entwicklung im Segment Bezahlangebote. Auch wenn die digitalen Abonnenten von "Bild" (260.000) und "Welt" (64.000) auf insgesamt 324.000 gestiegen sind, ging der bereinigte Umsatz hier um 4,9 Prozent auf 348,7 Millionen Euro zurück. Grund waren unter anderem die rückläufigen Werbeerlöse, die um 3 Prozent, konsolidierungsbereinigt sogar 6,3 Prozent unter dem Wert des Vorjahres lagen. Als weiteren Grund führt Springer die "marktbedingt rückläufigen Printerlöse" an. So sind die Vertriebserlöse der Bezahlangebote im 1. Quartal um 4,3 Prozent geschrumpft. Das EBITDA der Bezahlangebote verringerte sich um 29,7 Prozent auf 40,3 Millionen Euro.

Vermarktungsangebote

Deutlich besser schlug sich das Segment Vermarktungsangebote. Hier kletterte der Umsatz um 16 Prozent auf 219 Millionen Euro. Vor allem Zuwächse im Bereich Performance Marketing hätten sich positiv auf die Werbeerlöse des Segments ausgewirkt, teilt Springer mit. Sie erhöhten sich im Berichtszeitraum um 10,8 Prozent. Das Wachstum der übrigen Erlöse um 40,2 Prozent wurde hingegen vor allem im Bereich Reichweitenvermarktung erzielt.

Prognose

Die weitere Entwicklung für das Jahr 2015 schätzt der Konzern positiv ein. Springer rechnet mit einem Anstieg der Gesamterlöse im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Während Springer von einem Anstieg der Werbeerlöse ausgeht, rechnet der Konzern bei den Vertriebserlösen  und den übrigen Erlöse mit einem Rückgang. Für das EBITDA rechnet der Vorstand mit einem Anstieg im hohen einstelligen Prozentbereich. mas

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