Axel Springer Kai Diekmann gibt den Start-up-Nerd in ausgeflipptem Recruiting-Video

Dienstag, 07. Oktober 2014
Auch "Bild"-Chef Kai Diekmann ist Teil des ausgeflippten Start-ups
Auch "Bild"-Chef Kai Diekmann ist Teil des ausgeflippten Start-ups
Foto: Axel Springer / Screenshot Youtube

Spätestens seit der Silicon-Valley-Tour von Kai Diekmann und Co. steht man bei Axel Springer auf digitalen Gründergeist. Wie sehr, zeigt nun die Fortsetzung der 2011 gestarteten Recruiting-Kampagne des Berliner Medienunternehmens: Neben Print-und Online-Anzeigen buhlt Springer auch mit einem flippigen Online-Video um Nachwuchs, das die bunte und oft schrille Arbeitswelt in digitalen Neugründungen aufs Korn nimmt - und ein ganz klein bisschen auch Axel Springer selbst.
Yeah3000.com nennt sich das hippe Unternehmen, das sich zwar als "geilstes Start-up-Unternehmen dieses Planeten" bezeichnet, aber außer knallbunten Arbeitsräumen, hibbeligen Angestellten und einer ungezwungenen Arbeitsatmosphäre nicht viel zu bieten hat. Denn spätestens als ein Bewerber vor der Tür steht, entpuppen sich die Selbstbeweihräucherungen des Firmenchefs als heiße Luft. Natürlich bleibt auch in dem 90-sekündigen Online-Video Platz für eine selbstironische Botschaft: Kein Geringerer als "Bild"-Chef und Digital-Vordenker Kai Diekmann hat eine Komparsen-Rolle und spielt ein Mitglied des ausgeflippten Startup-Teams.
Zu der Kampagne gehören auch Anzeigenmotive, die Axel-Springer-Mitarbeiter zeigen
Zu der Kampagne gehören auch Anzeigenmotive, die Axel-Springer-Mitarbeiter zeigen (Bild: Bild: Axel Springer)
Komplettiert wird die Kampagne von Print- und Online-Anzeigen sowie Out-of-Home-Motiven. Unter dem Strich soll die Botschaft stehen, dass Axel Springer die Arbeitskultur eines Start-ups mit der eines digitalen Medienhauses verbindet. Entsprechend lautet das Motto der Kampagne: Das Beste aus zwei Welten: Alle Chancen eines Start-ups". Entwickelt wurde die Kampagne von der Agentur Oliver Voss, die in der Vergangenheit bereits für die Werbekampagnen der Springer-Zeitung "Die Welt" verantwortlich war. Produziert hat den Spot Film Deluxe unter der Regie von Kay Kienzler.

Start-ups haben bei Springer bereits seit einiger Zeit Hochkonjunktur: Nicht nur, dass Diekmann und Kollegen (dazu gehörten auch Vermarktungschef Peter Würtenberger und Springers Außenminister Christoph Keese) bei ihren Aufenthalten im Silicon Valley digitale Grundlagenforschung betrieben. Springer startete anschließend auch ein Förderprogramm für junge Unternehmen aus Deutschland und den USA und kaufte das Portal Gruenderszene.de.

"Im Zuge des Kulturwandels haben wir uns viel von der Arbeitskultur und Dynamik der Start-up-Branche abgeschaut", sagt Alexander Schmid–Lossberg, Leiter des Geschäftsführungsbereichs Personal der Axel Springer SE. "Gleichzeitig liegen in dem großen, internationalen Unternehmensverbund auch Vorteile für Mitarbeiter. Diese attraktive Kombination wollen wir in der Kampagne mit einer gesunden Portion Ironie darstellen."

Inhaltlicher Anknüpfungspunkt des aktuellen Auftritts ist Springers Arbeitgebermarken-Kampagne aus dem Jahr 2011. Auch der damals von Scholz & Friends konzipierte Spot arbeitete mit einer ganzen Portion Selbstironie: Seinerzeit bewarb sich ein reichlich selbstbewusster Schnösel bei Konzernchef Mathias Döpfner und Co. um eine Stelle - und fiel vor allem durch sein unflätiges Verhalten auf. ire

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