Axel Springer Konzernumbau schlägt sich in Zahlen nieder

Mittwoch, 06. November 2013
Im Umbau: Axel Springer zieht 9-Monats-Bilanz
Im Umbau: Axel Springer zieht 9-Monats-Bilanz

Der Konzernumbau bei Axel Springer fordert seinen Tribut. Zwar behaupteten die in den Fokus genommenen digitalen Medien in den ersten neun Monaten ihre Position als umsatz- und ertragsstärkstes Segment, der bereinigte Konzernumsatz blieb dennoch um 0,8 Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) fiel um 7 Prozent auf 427 Millionen Euro gegenüber 459,3 Millionen Euro im Vergleichszeitraum 2012. Insgesamt vermeldet Springer in den Monaten Januar bis September einen Konzernumsatz von 2,4 Milliarden Euro - im Vergleich zu 2012 ein leichtes Plus von 1,5 Prozent. Dabei müssen die digitalen Medien, die im Berichtszeitraum mit einem Ebitda von 196,6 Millionen Euro (plus 18,5 Prozent) rund 40 Prozent zum Umsatz und 46 Prozent zum Konzern-Ebitda beigetragen haben, weiterhin Erlösrückgänge sowohl im nationalen als auch im internationalen Printgeschäft kompensieren - und können das offenbar auch. Das Segment, das Springer in den vergangenen neun Monaten durch neue Angebote und Akquisitionen pushte, steigerte seinen Umsatz um 16,6 Prozent auf 959,8 Millionen Euro (Vorjahr: 823,3 Millionen). Die Werbeerlöse kletterten auf 829,8 Millionen Euro - das entspricht einem Plus von satten 19,9 Prozent im Vergleich zu 692,3 Millionen Euro 2012.

Springer-Chef Mathias Döpfner
Springer-Chef Mathias Döpfner
Im Digitalsegment verzeichneten die journalistischen Portale mit Bild.de und Welt Online sowie den Portalen Idealo, Kaufda und Smarthouse im Berichtszeitraum einen um 25,4 Prozent gestiegenen Umsatz von 328 Millionen Euro - trotz der Einführung der Bezahlmodelle auf den Websites von "Bild" und "Welt". "Die ersten Erfahrungen mit Bezahlinhalten bestärken uns in unserer Überzeugung, dass Qualitätsjournalismus den Lesern auch online etwas wert ist", sagt Springer-Chef Mathias Döpfner. Wie viel, das hat er bislang nur für die "Welt" verraten. Nach einem halben Jahr nutzten 47.000 digitale Abonnenten das kostenpflichtige Markenabo. Den höchsten Beitrag zum Segmentergebnis lieferte erneut die Säule Digital Classifieds, zu der unter anderem die Rubrikenportale Seloger, Immonet und Stepstone gehören. Das Ebitda liegt hier bei 121,3 Millionen Euro (Vorjahr: 101,8 Millionen).

Den Konzernumbau dürften zudem auch die Zahlen aus dem Printsegment bestätigen. So verringerte sich der Umsatz der inländischen Zeitungen ("Bild", "Welt", "Berliner Morgenpost", "Hamburger Abendblatt") um 6,6 Prozent auf 781,7 Millionen Euro (Vorjahr: 836,7 Millionen). Mit den Auflagen fielen die Vertriebserlöse um 4,9 Prozent auf 432,3 Millionen Euro. Der Rückgang verringerte sich lediglich im 3. Quartal auf 3,2 Prozent - Mitte August hatte Springer für rund ein Drittel der "Bild"-Auflage die Preise erhöht. Die Werbeerlöse lagen in den ersten neun Monaten mit 330 Millionen Euro um 8,5 Prozent unter dem Vorjahreswert von 360,7 Millionen. Das Ebitda des Segments belief sich auf 156,1 Millionen nach 197,2 Millionen Euro im Vergleichszeitraum 2012.

Etwas entspannter die Lage im Segment der nationalen Zeitschriften: Der Umsatz schrumpfte zwar auch hier um 2,4 Prozent auf 331 Millionen Euro, das Ebitda verbesserte sich allerdings aufgrund geringerer Restrukturierungsaufwendungen um 5,9 Prozent auf 75,3 Millionen Euro. International fiel der Printumsatz von 320 auf 286,7 Millionen Euro. Verantwortlich dafür macht Springer anhaltend schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen vor allem in Osteuropa.

Eine Tendenz, die der Vorstand auch für laufende Geschäftsjahr sieht. Bis Ende 2013 erwartet er einen Anstieg der Gesamterlöse sowie den Rückgang des Ebitda im einstelligen Prozentbereich. kl
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