Axel Springer Digitalerlöse steigen erstmals auf über 50 Prozent

Dienstag, 06. Mai 2014
"Symbolische Wegmarke": Springer-Chef Mathias Döpfner
"Symbolische Wegmarke": Springer-Chef Mathias Döpfner


Axel Springer sieht eine symbolische Wegmarke erreicht: Im 1. Quartal des Jahres setzte der Medienkonzern erstmals mehr als jeden zweiten Euro mit digitalen Geschäften um. Dazu hat neben Zukäufen und organischem Wachstum auch die im April vollzogene Veräußerung großer Teile des traditionellen Printgeschäfts an die Funke Mediengruppe beigetragen, das bereits aus den Bilanzzahlen herausgerechnet wurde. So lag der Umsatz um über 100 Millionen Euro unter dem Vorjahreszeitraum. Bereinigt um die Verkäufe stieg der Umsatz des Medienkonzerns im 1. Quartal um 4,4 Prozent. In seiner Mitteilung zu den Quartalszahlen hebt Axel Springer natürlich in erster Linie auf den gestiegenen Anteil der Digitalerlöse ab: So lagen die Pro-forma-Erlöse der digitalen Medien in den ersten drei Monaten des Jahres bei 372,8 Millionen Euro. Damit lag der Umsatzanteil der digitalen Aktivitäten bei 52,8 Prozent. Im Vorjahreszeitraum waren es 49,6 Prozent. "Operativ sind wir sehr gut ins Jahr 2014 gestartet. Dass wir erstmals mehr als die Hälfte bei Umsatz und Gewinn im digitalen Geschäft erwirtschaften, ist eine symbolische Wegmarke", sagt Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer.

Insgesamt erzielte der Medienkonzern im 1. Quartal einen Umsatz in Höhe von 692,3 Millionen Euro - auf Basis der fortgeführten Aktivitäten ein Plus von 4,4 Prozent. Bereinigt um Konsolidierungs- und Währungseffekte lag das Wachstum bei 2,4 Prozent. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte Axel Springer in den ersten drei Monaten des Jahres noch einen Umsatz von über 800 Millionen Euro erzielt. Alle Zahlen wurden bereits um die an die Funke Mediengruppe verkauften Beteiligungen und das ebenfalls veräußerte Geschäft in Tschechien bereinigt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte um 13,6 Prozent auf 118,4 Millionen Euro. Die EBITDA-Rendite lag bei 17,1 Prozent (Vorjahr: 15,7 Prozent). Der bereinigte Konzernüberschuss lag bei 61,6 Millionen Euro - ein Zuwachs von 46,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die im vergangenen Jahr neu geschaffenen Segmente im Überblick: Im Bereich Bezahlangebote, zu der die Bild- und die Welt-Gruppe sowie die verbliebenen Zeitschriften gehören, stagnierte der Umsatz bei 353,8 Millionen Euro (Vorjahr: 353,6 Mio.). Im Bereich der Vermarktungsangebote (u.a. Finanzen.net, Gofeminin, Idealo, Kaufda) stieg der Umsatz dagegen um 10,1 Prozent auf 188,9 Millionen Euro. Auch die Rubrikenangebote, zu denen Portale wie Stepstone, Immonet und Autohaus24 zählen, legten ebenfalls zweistellig um 11,8 Prozent auf 111,2 Millionen Euro zu.

Außerdem weist Springer noch die Werbe- und die Vertriebserlöse gesondert aus: Die Werbeerlöse stiegen um 6,3 Prozent auf 406,2 Millionen Euro, wobei das Digitalgeschäft bereits rund drei Viertel beitragen. Die Vertriebserlöse gingen um 4,2 Prozent auf 182,1 Millionen zurück. Während die Erlöse im Ausland stark rückläufig waren, konnten die Vertriebserlöse im Inland durch Preiserhöhungen und steigende Beiträge digitaler Bezahlangebote wie Bild Plus stabil gehalten werden. Für das Gesamtjahr rechnet Axel Springer unverändert mit einem Anstieg der Konzernerlöse im mittleren einstelligen Prozentbereich. dh
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