Axel Springer "Bild am Sonntag" gibt es ab sofort im digitalen Einzelverkauf

Montag, 08. Juni 2015
Die "Bild am Sonntag" will auch Gelegenheitskäufer im Netz erreichen
Die "Bild am Sonntag" will auch Gelegenheitskäufer im Netz erreichen
Foto: Axel Springer

Axel Springer macht die "Bild am Sonntag" ab sofort als digitale Zeitung im Einzelverkauf verfügbar. Dabei will es das Unternehmen seinen Lesern so einfach wie möglich machen: Eine umfangreiche Anmeldung sei nicht nötig, man müsse lediglich seine E-Mail-Adresse hinterlassen. Das Interessante: Den Kaufpreis von 1,85 Euro müssen die Leser nach dem Download entrichten.
Die Zahlung ist via Lastschrift, Kreditkarte oder Bankeinzug möglich. Für Springer könnte sich aus dem Experiment der Zugang zu neuen Lesergruppen ergeben, die keine Lust darauf haben, sich über ein Digital-Abonnement eng an ein Medium zu binden. Der Einzelabruf macht es vielmehr auch Kurzentschlossenen und Gelegenheitskäufern einfach, sich ihre digitale Sonntagszeitung herunterzuladen. In der offiziellen Pressemitteilung von Springer wird "BamS"-Chefredakteurin Marion Horn folgendermaßen zitiert: "Wir mögen unsere Leserinnen und Leser. Deshalb machen wir Ihnen den Sonntag einfacher." Der digitale Pioniergeist, den man bei Springer bei so vielen Gelegenheiten wie möglich demonstriert, spricht aus dem Zitat von Carolin Hulshoff Pol, Managing Director der "BamS": "Wir sind gespannt, wie dieser Testlauf ankommt. Wir wollen damit den Kauf der 'Bild am Sonntag' im Netz so einfach wie im Print-Bereich machen - auch die gedruckte Zeitung kann man sich unkompliziert und ohne feste Bindung nach Hause liefern lassen."

„Wir mögen unsere Leserinnen und Leser. Deshalb machen wir Ihnen den Sonntag einfacher.“
Marion Horn
Allerdings kommt unweigerlich die Frage auf, wie Springer eigentlich die Zahlungsmoral der Kunden sicherstellen will. Nun, bei ausbleibender Zahlung dürfte der Leser sicher eine freundliche, aber bestimmte Mail ins Postfach bekommen. Aber der Vergleich mit den aus vielen Fußgängerzonen bekannten Sonntagsblattständern bzw. "Klaukästen", wie ihn Peter Turi am Wochenende sehr plakativ anstellte, drängt sich geradezu auf. Hierauf antwortete Horn auf Twitter:


Ob das Experiment als geglückt gelten darf, wird sich also nicht zuletzt danach richten, wie groß der Aufwand ist, säumigen Zahlern hinterherzulaufen. ire
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