Automatisierung Radiovermarketer sprechen über gemeinsame Buchungsplattform

Freitag, 10. November 2017
Oliver Adrian, AS&S Radio
Oliver Adrian, AS&S Radio
© AS&S Radio

Um die Radiobuchung zu vereinfachen, sprechen AS&S Radio und RMS über den Aufbau einer gemeinsamen Buchungsplattform, die für alle Vermarkter offen sein soll. "Wir streben eine Gattungslösung an", sagte AS&S-Radio-Geschäftsführer Oliver Adrian bei der AS&S Radio Roadshow in Frankfurt. Damit wollen die Vermarkter auf die Anforderungen aus dem Markt reagieren. Radio Xpert, das am weitesten verbreitete Radiotool für die Buchung, haben die Vermarkter bereits weiterentwickelt.
Die Digitalisierung ist auch für die Radiovermarkter ein großes Thema. Dass das klassische UKW-Radio programmatisch - also vollautomatisiert in Echtzeit und ausgesteuert auf spezielle Zielgruppen - gebucht wird, sieht Adrian jedoch nicht. "Die Verbreitungstechnologie lässt das gar nicht zu, denn UKW hat keinen Rückkanal." Die Prozesse bei der Buchung zu beschleunuigen, in dem mehr automatisiert wird, hält Adrian jedoch für enorm wichtig. AS&S Radio habe bereits Abläufe optimiert, vor allem in der Abwicklung zwischen AS&S und den angeschlossenen Sendern, die ihre nationale Vermarktung in die Hände des Vermarkters gelegt haben. Bei der AS&S Radio selbst soll die Abwicklung im kommenden Jahr deutlich schneller werden.  85 Prozent der Aufträge sollen von der Anfrage bis zur Buchungsbestätigung in zwei Stunden erledigt werden, kündigt Adrian an. "Das ist nicht Echtzeit, aber schon sehr schnell."

Generell will AS&S Radio im Digitalgeschäft 2018 eine Schippe drauf legen. Den öffentlich-rechtlichen Sendern, die der Vermarkter überwiegend im Portfolio hat, ist die Vermarktung der Onlineangebote verboten. Daher braucht AS&S Radio mehr Mandanten. Nach 4000 Herz, das 2017 dazu kam, und dem im September gewonnenen Podcast "Lage der Nation" will Adrian das Portfolio weiter ausbauen und ist im Moment im Gespräch  mit einigen anderen Podcastangeboten. Die Entscheidungen sollen in den nächsten Wochen fallen.

Er sieht viel Potenzial in Podcast, "im Moment stehen wir da aber erst am Anfang". Die Nutzung wächst schnell und baut sich über den Tag komplementär zum Radio auf: Podcasts werden gerne am Abend genutzt und nicht am Morgen und in der Drivetime wie UKW. Zudem ist die Aufmerksamkeit für die Beiträge - und damit auch die Werbung - enorm hoch. Das sind Ergebnisse aus der Analyse "Spot on Podcast", die die Forscher von Facit für AS&S Radio gemacht haben.

Mit dem klassischen Geschäft ist Adrian in diesem Jahr sehr zufrieden. "Das ist ein sehr gutes Jahr. Wir werden die Ziele am Ende des Jahres erreicht haben", sagt er. Radio profitiere von den Diskussionen um Brand Safety und Ad Fraud im Digitalen und könne sich gut gegen Facebook und Instagram behaupten, weil Radio im Mediaplan andere Funktionen erfülle. pap
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