Aus für München 2022 Die Reaktionen auf die Olympia-Absage

Montag, 11. November 2013
Die Olympia-Befürworter organisierten sich unter anderem auf Facebook - ohne Erfolg
Die Olympia-Befürworter organisierten sich unter anderem auf Facebook - ohne Erfolg


Nix war's mit Olympia 2022 in München: Die Bewohner der Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Berchtesgadener Land, Traunstein und München selbst haben in Bürgerentscheiden dem Mega-Event vor ihrer Haustür eine Absage erteilt. Die Enttäuschung bei Verantwortlichen und Unterstützern ist groß, wie ein Blick auf Twitter zeigt. Einige Kommentatoren in den Medien können dem Votum aber durchaus auch etwas abgewinnen.
Maria Höfl-Riesch drückte stellvertretend wohl aus, was viele Olympia-Befürworter gestern Abend empfanden. Auf Twitter schrieb die Slalom-Olympiasiegerin:



Ihr Ehemann Marcus Höfl gibt derweil die Auswirkungen der Olympia-Absage für die Bevölkerung zu bedenken:



Auch Münchens Oberbrügermeister Christian Ude ist enttäuscht, beugt sich aber dem Willen der Mehrheit:



Reichlich zerknirscht zeigen sich auch aktuelle und ehemalige Spitzensportler ob des Ausgangs der Abstimmung:










Skirennläufer Felix Neureuther beklagt derweil in den Medien den mangelnden Veränderungswillen seiner Landsleute: "Es herrscht allgemein in Deutschland gerade eine fast schon zu große Zufriedenheit mit dem, wie es gerade ist. Und Zufriedenheit ist zwar gut und recht, aber sie bringt einen nicht weiter. Denn um sich zu entwickeln, muss man auch einmal etwas wagen und vielleicht auch Risiken eingehen", so der Weltmeister von 2005 gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". "Dieses Festhalten am Hier und Jetzt, das ist schon sehr verankert in den Köpfen derzeit, und das muss sich ändern, wenn Deutschland sich weiterentwickeln will."

Das Blatt, in dem Neureuther das Interview gab, bedenkt die Olympia-Entscheidung heute auch mit einem eigenen Kommentar: "Die Idee, in Oberbayern Winterspiele auszurichten, war weit weniger gewagt als die Idee, in Stuttgart einen unterirdischen Bahnhof zu bauen, in Hamburg einen Konzertsaal in die Elbe zu setzen oder in der Hauptstadt einen neuen Flughafen zu eröffnen", schreibt René Hoffmann. "Eine Vision, wie es sie 1972 für die Sommerspiele in München gegeben hatte, fehlte völlig - und das kalkuliert. Das Winter-Konzept zielte auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, um den Kritikern so weit wie möglich entgegenzukommen. Dass es trotzdem scheiterte, zeigt die Wucht der Ablehnung."

Diese habe sich insbesondere daraus gespeist, dass die Menschen sich nicht als Profiteure von Olympia gefühlt hätten, meint "Faz"-Redakteur Anno Hecker: "Es gibt sicherlich viele kleine Ursachen für das Scheitern. Wesentlich aber war eine im negativen Sinne unschlagbare Kombination, das Gefühl von Verschwendung zum Wohle eines Privatklubs: So haben die Olympiagegner argumentiert, als sie von 'Knebelverträgen' des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) sprachen, von Raffzähnen und Möchtegernfürsten."

Die Einbeziehung der Bürger in die Vergabe von Großereignisse sei grundsätzlich richtig, schreibt Jens Hungermann bei "Welt Online": "Was aus den Bürgerentscheiden vom Sonntag zu lernen ist? Dass es gut ist, die Menschen vor Ort zu fragen. Und dass alle gut daran tun, deren Votum ernst zu nehmen und daraus für die Zukunft zu lernen."

Was bleibt, ist der Galgenhumor: Auf ihrer Facebook-Seite posten die Unterstützer von München 2022:

ire
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