Auftritt des Tages Wie Zattoo Apples "1984" neu interpretiert

Mittwoch, 31. Juli 2013
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Ausdruckslose anonyme Gestalten, die in Reih und Glied in einen Saal einmarschieren, um dort mit monotoner Propaganda beschallt zu werden: Eine Szene, die nicht nur durch die Verfilmung von George Orwells Roman "1984" bekannt wurde, sondern auch durch den legendären ersten TV-Spot für Apples Macintosh. Nun kommt die berühmte Vignette erneut zum Einsatz, und zwar in einem Spot des Internet-TV-Anbieters Zattoo. Wie im Original wird die lethargische Meute durch eine plötzlich heranstürmende Frau erlöst, die mit einem gekonnt geschleuderten Hammer den "Big Brother" auf dem überdimensionalen Bildschirm zerstört. Das knapp einminütige Video trägt den Titel "Nicht alle Revolutionen geschehen heimlich" - eine Anspielung auf die kaum vorhersehbare Veränderung unserer Kommunikationsgewohnheiten durch Apples iPhone. Der Rückgriff auf ein derart bekanntes Sujet zeigt: An Selbstvertrauen mangelt es den Zattoolern offensichtlich nicht. "Wir zitieren mit diesem Spot ein bekanntes Zitat und schaffen durch gezielte Differenz doch etwas Neues", heißt es in einem Eintrag im Zattoo-Hausblog.

Doch worum geht es überhaupt in dem Clip? Zattoo möchte darauf hinweisen, dass der eigene Internet-TV-Dienst nun auch über Mobilfunk verfügbar ist. Bislang war die Nutzung in Deutschland ausschließlich über W-Lan möglich. Ausnahmen bildeten lediglich die Sender DMAX, Sport 1 und die RTL-Sender im Zattoo HiQ-Paket, die man aus lizenzrechtlichen Gründen aktuell noch nicht über Mobilfunk zur Verfügung stellen könne, wie eine Zattoo-Sprecherin mitteilt. Dass in dem Spot ein Fußball-Reporter in die Rolle des Big Brother schlüpft liege daran, dass Fußball-Live-Events die größten Einschaltquoten bei Zattoo brächten, deswegen habe man den Spot inhaltlich in dieses emotionale Spannungsfeld verlagert, so die Sprecherin weiter. "Wir hoffen trotzdem, dass nicht nur die Kenner- und Experten die Brücke zur Apple-Vorlage erkennen."

Die kreative Idee zu dem Spot entstand inhouse im Rahmen des Kommunikationsprojektes "Kintopp" an der Universität der Künste. Regisseur und Produzent des Einminüters ist Oskar Ziemba. Der Spot soll über Youtube und Social-Media-Kanäle gestreut werden, so die Sprecherin. In gekürzter Form sei auch die Verwendung als digitales Pre-Roll oder Video-Ad denkbar. ire
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