Auf Initiative von Maria Furtwängler Große Sender lassen Geschlechterrollen in Film und Fernsehen untersuchen

Montag, 14. November 2016
Dei Studie wurde von Maria Furtwängler initiiert
Dei Studie wurde von Maria Furtwängler initiiert
Foto: Mathias Bothor

Welche Bilder von Frauen und Männern werden in Film und Fernsehen transportiert? Die Universität Rostock untersucht in einer groß angelegten Studie, welche Rollenbilder in deutschen Fernseh- und Kinoproduktionen vermittelt werden. In Auftrag gegeben wurde die Untersuchung durch ARD, ZDF, Pro Sieben Sat 1 und die Mediengruppe RTL, initiiert wurde sie von der Schauspielerin Maria Furtwängler.
"Es ist wichtig zu verstehen, welches Geschlechterbild mit der enormen Wirkungsmacht des Fernsehens und Kinos transportiert wird", erklärt die "Tatort"-Kommissarin und Ehefrau von Verleger Hubert Burda. "In anderen Ländern wird schon viel getan, um die Darstellung von Frauen und Männern auf Bildschirm und Leinwand wissenschaftlich aufzuarbeiten. Hierzulande liegen uns kaum valide Zahlen vor." Die Studie soll unter anderem klären, wie es um die quantitative Präsenz von Männern und Frauen auf der Leinwand und im Fernsehen bestellt ist, in welchen gesellschaftlichen Rollen und Kontexten Frauen und Männer dargestellt werden und welche Bilder von Frauen und Männern beziehungsweise Jungen und Mädchen in den audiovisuellen Medien vermittelt werden.

Grundlage für die Studie ist die Analyse von rund 3000 Stunden Programm aus dem Jahr 2016 sowie 600 deutschsprachige Kinofilme aus den vergangenen fünf Jahren. Neben fiktionalen Produktionen werden dabei auch journalistische und dokumentarische Formate berücksichtigt und die Gewichtung von Frauen und Männern als Experten untersucht.

In Auftrag gegeben wurde die Studie von den großen deutschen Sendern beziehungsweise Sendergruppen ARD, ZDF, Pro Sieben Sat 1 Media, der RTL Mediengruppe Deutschland sowie der Film und Medien Stiftung NRW, dem Film Fernseh Fond Bayern, der Filmförderungsanstalt und der von Maria Furtwängler mitgegründeten MaLisa Stiftung. Durchgeführt wird die Untersuchung vom Institut für Medienforschung der Universität Rostock unter der Leitung von Elizabeth Prommer. Die Ergebnisse werden im September 2017 vorgestellt.

Im Idealfall sollen die Erkenntnisse der Studie auch Eingang in die Praxis finden: Durch Partnerschaften mit der UFA, der Filmakademie Baden-Württemberg und der Hochschule für Fernsehen und Film München soll der Film- und TV-Nachwuchs zur Auseinandersetzung mit den Ergebnissen angeregt werden. dh
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