Auditoren RMS-Chef Ruckert bezieht Position gegen Datenpools

Freitag, 21. Februar 2014
Ruckert prüft Sanktionsmöglichkeiten
Ruckert prüft Sanktionsmöglichkeiten


In der Diskussion um die Rolle der Auditoren im Mediageschäft, meldet sich nun auch Florian Ruckert, Sprecher der Geschäftsführung des Radiovermarkters RMS, zu Wort. "Wir fragen uns, wie es sein kann, dass individuell ausgehandelte Konditionen, über die vertraglich selbstverständlich ausdrücklich Stillschweigen vereinbart wurde, später gegen Vermarkter und Agenturen eingesetzt werden", sagt er im Interview mit HORIZONT.
Auditoren arbeiten im Auftrag von Kunden und überprüfen die Arbeit der Mediaagenturen. Zentraler Bestandteil ist dabei die Bewertung der Einkaufskonditionen bei den Vermarktern. In der Kritik stehen derzeit die Benchmarking-Pools, die zum Vergleich herangezogen werden. Sie bestehen aus Daten früherer Audits. Ihre Güte ist jedoch umstritten, weil sie intransparent sind und Informationen darüber, wie die Konditionen zustande kamen, verloren gehen. "Wenn man alles zusammenwirft, vergleicht man schnell Äpfel mit Birnen und vielleicht noch anderem. Das macht keinen Sinn", so Ruckert.

Die TV-Vermarkter Seven-One Media und IP Deutschland haben ihre Verträge mit den Mediaagenturen nun nachgebessert und haben Sanktionen eingeführt, für den Fall, dass die Konditionen in Datenpools einfließen. Ein solches Vorgehen prüft nun auch Ruckert. "In anderen Branchen werden die Ergebnisse aus geheimen Verhandlungen ja auch nicht an Dritte und schon gar nicht an den Wettbewerb weitergegeben", kritisiert er.

RMS-Chef Ruckert zum Gattungswettbewerb mit TV, den Aussichten für 2014 und übergreifender Wirkungsforschung in HORIZONT 8 vom 20. Februar 2014
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