Audio-Konvergenzstudie Agma legt zweite Ausgabe der MA Audio 2016 vor / BVDW erneuert Kritik

Mittwoch, 19. Oktober 2016
Die MA 2016 Audio wird von klassischen Radiosendern dominiert
Die MA 2016 Audio wird von klassischen Radiosendern dominiert
Foto: Oleksiy Mark/Fotolia

Die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (Agma) hat zum zweiten Mal die Konvergenzstudie MA Audio veröffentlicht. Die Studie enthält neben klassischen UKW-Radioangeboten auch Daten von kombinierten Online-Audio-Angeboten, reinen Webradiosendern und Musikstreamingdiensten wie Spotify.
"Damit legt die Agma der werbungtreibenden Wirtschaft zum zweiten Mal eine Konvergenzstudie mit vergleichbaren Radio- und Online-Audioreichweiten vor", betont Dieter K. Müller, Vorstand Radio der Agma. Man sei stolz, Werbungtreibenden und Agenturen "eine einheitliche, umfassende und in vieler Hinsicht erweiterte Planungsgrundlage, für die Gesamtleistung von Radio und Online-Audio liefern zu können".  Die MA Audio verknüpft die Daten der klassischen, auf Befragungen basierenden MA Radio mit den automatisch erhobenen Daten der MA IP Audio und einer eigens erhobenen Online-Tagebuchstudie, mit der erhoben wird, welche Personen über welche Geräte welche Angebote nutzen.

Ausgewiesen werden Hörer pro Tag (Mo-Fr/Samstag/Sonntag), Hörer pro Woche und pro zwei Wochen sowie die Brutto-Kontakte der erhobenen Angebote. In der aktuellen Studie werden außerdem erstmals differenzierte Daten für Prestream- und Instream-Ads ausgewiesen. Die erste Ausgabe der MA Audio im vorigen Jahr war von Experten kritisiert worden, unter anderem weil Streamingdienste wie Spotify nicht berücksichtigt worden waren. Diese sind in der aktuellen Studie nun ebenfalls enthalten.

"Das Design der von allen Marktpartnern getragenen Studie wurde und wird kontinuierlich weiterentwickelt", betont Agma-Geschäftsführer Olaf Lassalle. "Die aktuelle Veröffentlichung geht durch zahlreiche methodische Neuerungen auf die Forderungen der Marktpartner, stets mit Blick auf die Hörer und deren tatsächlichen Nutzung von Radioinhalten sowie der dem Werbemarkt offerierten Angebote umfassend ein".

Trotzdem erneuerte der Bundesverband Digitale Wirtschaft seine Kritik an der Studie. Diskussionen zwischen Vertretern der Fokusgruppe Audio im BVDW mit Vertretern der Agma  hätten zwar "Verbesserungen besonders in der Granularität der Ergebnisse zu IP-basierten Audioangeboten" bewirkt; "Eine reale Vergleichbarkeit mit der analogen Radionutzung – die elementare Voraussetzung, um eine valide Konvergenzwährung zu erhalten – wurde aus unserer Sicht allerdings noch immer nicht erreicht", kritisiert Frank Nolte aus der Fokusgruppe Audio im BVDW. Man wolle die Gespräche mit der Agma fortsetzen und sich konstruktiv "in den Prozess der Weiterentwicklung der MA Audio einbringen".

In der MA Audio dominieren übrigens klassische Radiosender. Während Spotify die MA IP Audio, die Sessions pro Monat ausweist, mit großem Abstand dominiert, muss sich der Streaming-Platzhirsch bei den Hörern pro Tag den großen Radiosendern geschlagen geben. Das größte Einzelangebot in der MA Audio ist Radio NRW mit 6,53 Millionen Hörern pro Tag. Auf den Plätzen folgen mit Antenne Bayern (5,21 Mio.), SWR 3 (5,09 Mio.), 1Live (4,66 Mio.) und WDR 2 (4,46 Mio.) ebenfalls klassische Radiosender. Spotify kommt auf 2,44 Millionen Hörer pro Tag. Die gesamten Daten aller 340 erfassten Angebote gibt es auf der Website des Vermarkters RMS. dh
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