Anzeigenblätter "Boulevard Baden" wird eingestellt

Dienstag, 01. Oktober 2013
Auf der Website gibt der Verlag die Einstellung von "Boulevard Baden" bekannt
Auf der Website gibt der Verlag die Einstellung von "Boulevard Baden" bekannt


Das kostenlose Wochenblatt "Boulevard Baden" aus Karlsruhe erscheint am 12. Oktober zum letzten Mal in gedruckter Form. Seine Online-Angebote werden bereits zum 1. Oktober beendet. Vom Markt verschwinden außerdem die Titel "Traumhafte Hochzeit", "Immo Magazin" und "Stellenmarkt für Auszubildende", mit denen der herausgebende Verlag, die Röser Presse GmbH, seinen Geschäftsbetrieb zum Jahresende einstellt.
Laut Geschäftsführer Steffen Lüderwald verlieren durch die Betriebsschließung der Röser Presse rund 30 festangestellte Mitarbeiter sowie fünf freie Mitarbeiter ihren Job. Die Röser Presse ist ein Tochterunternehmen des ebenfalls in Karlsruhe beheimateten Röser Verlags International, der sich auf Verzeichnismedien spezialisiert hat und dessen Kerngeschäft nicht vom Aus des Tochterunternehmens betroffen ist. In einer Mitteilung ließ die Unternehmensgruppe verlauten, sich strategisch noch stärker auf "die multimediale Herausgabe von Verzeichnismedien" zu konzentrieren.

"Boulevard Baden" wurde 1998 gegründet und erschien zuletzt mit einer Auflage von rund 180.000 Exemplaren. Als eines der wenigen Anzeigenblätter hat der Titel auch in seine Online-Präsenz, in Apps und eine Tablet-Ausgabe investiert. Im August erreichte Boulevard-baden.de laut IVW rund 174.000 Visits.

Wie Lüderwald betont, waren die Investitionen in die digitale Verbreitung nicht der Grund für das Aus des "Boulevards". Der Titel wurde vielmehr Opfer des harten Konkurrenzkampfs durch die ortsansässigen Printmedien und die Deutsche Post. In Karlsruhe erscheinen die Abo-Zeitung "Badische Neueste Nachrichten", deren Anzeigenblatt "Der Kurier" und der kostenlose Titel "Der Sonntag", das "Wochenblatt Karlsruhe" der Rheinpfalz-Tochter Süwe sowie mehrere Ortsgemeindeblätter. Inzwischen ist auch die Post mit "Einkauf Aktuell" im Markt aktiv und konnte "Boulevard Baden" unter anderem den Handelsriesen Real als Werbekunden wegschnappen. Guido Schneider
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