Anti-Fake-News-Kampagne Focus Online möchte für Facebook Lügengeschichten aufdecken

Freitag, 17. Februar 2017
Focus-Online-Chefredakteur Daniel Steil
Focus-Online-Chefredakteur Daniel Steil
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Facebook ist derzeit auf der Suche nach deutschen Redaktionen, die das soziale Netzwerk bei der Identifizierung von Fake News unterstützen. Nachdem es bislang nur eine definitive Zusage des Recherchebüros Correctiv gab, ist Facebook offenbar erneut fündig geworden: Focus Online wäre "grundsätzlich" bereit, sich der Initiative anschließen.
"Es gibt von Focus Online die grundsätzliche Bereitschaft einer Teilnahme am Facebook-Programm zur Überprüfung gemeldeter 'Fake News'", erklärt ein Sprecher von Focus Online auf Nachfrage von HORIZONT Online und bestätigt damit einen Bericht von Spiegel Online. "Derzeit sind die Kollegen im Prüfungsprozess. Eine endgültige Entscheidung gibt es noch nicht. Die Frage nach der organisatorischen Aufstellung können wir daher (noch) nicht beantworten." Laut Spiegel Online prüft auch Zeit Online derzeit, ob man sich der Anti-Fake-News-Initiative von Facebook anschließen soll. 
Focus Online gehört zu den reichweitenstärksten Nachrichtenportalen Deutschlands. In der Agof-Statistik für den November 2016 war die Seite mit 19,69 Millionen Unique Usern sogar die Nummer 1. Die IVW registrierte für Focus Online im Januar 2017 insgesamt über 173 Millionen Visits. Allerdings erzielen die Münchner die Reichweite nach Ansicht von Kritikern auf Kosten von Qualität und Seriosität. Axel Springers "Bild" hat Focus Online jüngst sogar verklagt. Der Vorwurf: Systematischer Klau von Bezahlinhalten. Kein Wunder, dass die Vorstellung von Focus Online als Instanz zur Qualitätssicherung bei Facebook für einigen Spott auf Twitter sorgt (siehe unten).
Fake
Bild: Fotolia / Balint Radu

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Bei der Suche nach Partnern für die Anti-Fake-News-Kampagne hatte sich Facebook bislang zahlreiche Absagen von Redaktionen eingehandelt. Zuletzt sagte ARD-Intendantin Karola Wille im HORIZONT-Interview: "Wir sind nicht die Korrektureinheit für Facebook". Auch das ZDF will sich nicht beteiligen. Wie Spiegel Online berichtet, haben jetzt auch n-tv.de und die Nachrichtenagentur dpa erklärt, dass sie nicht an dem Programm teilnehmen würden. ire
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