Anke Schäferkordt "Ob lineare Nutzung oder nicht ist uns egal"

Montag, 30. September 2013
"Ich zappe immer hin und her": Anke Schäferkordt
"Ich zappe immer hin und her": Anke Schäferkordt


Anke Schäferkordt, Geschäftsführerin der Mediengruppe RTL Deutschland und Co-CEO der RTL Group, hat im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" Stellung genommen zur Lage der Mediengruppe RTL Deutschland, zur Zukunft der Gattung insgesamt und zu ihren ganz persönlichen Fernsehgewohnheiten. Dabei wird deutlich: Um die Zukunft des Fernsehens muss man sich keine Sorgen machen. Um RTL natürlich erst recht nicht.

Anke Schäferkordt zur zunehmenden Fragmentierung des deutschen TV-Marktes:

"Der Markt wird sich weiter aufspalten, schon alleine angesichts der technologischen Entwicklung. Da ist noch einiges möglich. Ich gehe davon aus, dass in den nächsten Jahren weitere Sender starten werden. Irgendwann gibt es dann aber eine natürlich Grenze. Das Werbevolumen wächst ja nicht mehr kontinuierlich, und der Markt kann dann keine neuen Sender mehr finanzieren."

...zur Zukunft des linearen Fernsehens:

"Das Fernsehen ist attraktiv, vielleicht mehr denn je. Denn Fernsehen ist eben nicht mehr nur linear. Wir sehen uns längst als Inhalteanbieter über alle Plattformen hinweg und auf allen möglichen Endgeräten. Ob lineare Nutzung oder nicht, ist uns dabei zunehmend egal. Wichtig ist, dass unsere Inhalte geschaut werden. Gerade die nicht-linerae Nutzung, also der Abruf unserer Sendungen, wann immer der Zuschauer will, wächst."

... zur ihrer persönlichen TV-Nutzung:

"Ich schaue alles. Und überall. Und ich zappe immer hin und her, eigentlich ganz schlimm, aber nur, wenn ich alleine bin. Sonst könnte das meiner Beziehung schaden."

... zur Parallelnutzung und dem Second Screen:

"Nebenbeinutzung ist nicht neu. Ich habe früher oft vor dem Fernseher telefoniert und mich mit Freundinnen über die Sendungen ausgetauscht, die gerade laufen. Heute haben insbesondere junge Zuschauer eben mindestens einen zweiten Bildschirm dabei. Für uns ist das die Chance, auf dem sogenannten Second Screen spannende Zusatz-Angebote zu bieten, um die Aufmerksamkeit für unsere Inhalte nicht nur zu erhalten, sondern zu intensivieren."

... zur Entwicklung des Werbemarktes:

"In Deutschland haben wir im ersten Halbjahr ein neues Rekordergebnis erzielt. Dennoch: Bislang war der deutsche TV-Werbemarkt in diesem Jahr gerade mal stabil, in anderen Märkten gibt es Rückgänge. Mit den Werbemärkten können wir also nicht zufrieden sein. Ich wage keine Prognose. Meine Hoffnung ist, dass es nicht weiter runtergeht in den nächsten Monaten." dh
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