Angriff auf Snapchat Facebook-Messenger bekommt eigene Kamera und Spezialeffekte

Freitag, 16. Dezember 2016
So sieht der neue Messenger zukünftig aus.
So sieht der neue Messenger zukünftig aus.
Foto: Facebook

Im Kampf gegen den immer gefährlicher werdenden Konkurrenten Snapchat rüstet Facebook nun weiter auf. Der Messenger bekommt ab sofort eine eigene Kamera-Funktion, zudem sollen Nutzer zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten erhalten. Ähnlich wie bei den im September ausgerollten Instagram-Stories, orientiert sich der Konzern von CEO Mark Zuckerberg bei Produktneuheiten weiter stark an Snapchat.

Die neue Kamera für den Messenger werde in den kommenden Tagen weltweit verfügbar sein, heißt es in einem offiziellen Blogbeitrag von Facebook. "Weil immer mehr Menschen den Messenger in ihrem Alltag nutzen, wollten wir das Verschicken von Fotos und Videos noch schneller, einfacher und unterhaltsamer machen – deswegen haben wir die neue Messenger-Kamera entwickelt", heißt es darin. Weil die Kamera damit in Mittelpunkt der App gerät, avanciert der Messenger zu einer "Camera-first"-Plattform - seit jeher die Bezeichnung, mit der sich Snapchat gerne schmückt.

Facebook begründet diesen Schritt offiziell damit, dass über den Messenger jeden Tag über 2,5 Milliarden Emojis, Fotos, Sticker und Videos verschickt werden. Die Nutzer würden immer mehr die Kamera statt der Tastatur verwenden und ihre Bilder und Video entsprechend mit Stickern und Schriftzügen schmücken. Die neue Messenger-Kamera soll diesem Umstand Rechnung tragen und befindet sich deshalb nun prominent am unteren Bildschirmrand - nur einen Klick entfernt. Mit einem Klick wird ein Foto geschossen, wenn man länger gedrückt hält ein Video gedreht. Snapchat funktioniert auf identische Art und Weise.
Die neue Kamera und die Spezialeffekte werden in den kommenden Tagen weltweit für iOS und Android ausgerollt. Facebook protzt dabei nach eigenen Angaben mit Tausenden von Stickern, Rahmen, Masken und Effekten, die der App hinzugefügt wurden. Außerdem habe der Konzern mit Künstlern und Influencern weltweit zusammengearbeitet, die diese kleinen Extras nach ihren Vorlieben personalisiert haben.
Der Facebook-Messenger wird snapchattiger.
Der Facebook-Messenger wird snapchattiger. (Bild: Facebook)
Facebook macht bereits seit einigen Monaten mit Snapchat-ähnlichen Produktneuheiten auf sich aufmerksam. Prominentestes Beispiel ist die hinzugekaufte Foto-Plattform Instagram, der im September eine Story-Funktion verpasst wurde, um das Nutzungsverhalten auf Snapchat nachzuahmen. Für den ebenfalls unter dem Facebook-Dach stehenden Chat-Dienst Whatsapp tüftelte das Unternehmen an einer Funktion namens "Status". Damit sollen nutzer Bilder und Videos für 24 Stunden als Statusanzeige verwenden können. Auch dabei orientierte man sich offenbar an den bei Snapchat so populären Postings mit Verfallsdatum. ron

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