Andreas Wiele / Philipp Welte "Halten wir durch!" / "Kämpfen wir zusammen!"

Dienstag, 08. November 2016
Andreas Wiele und Philipp Welte (Archivbilder) appellierten beim VDZ Publishers' Summit an die Verlage
Andreas Wiele und Philipp Welte (Archivbilder) appellierten beim VDZ Publishers' Summit an die Verlage
Foto: Alexander Hassenstein / Getty Images

Die wichtigsten Dinge kann man wohl gar nicht oft genug sagen. Und so ähnelten sich die "Big Points 2017" genannten Kurzansprachen der Verlagsvorstände Andreas Wiele (Axel Springer) und Philipp Welte (Burda) auf dem VDZ Publishers‘ Summit in weiten Teilen – und auch ihren Keynotes im vergangenen Jahr. Bemerkenswert war eher ein Nebensatz.

Was sind also weiterhin die größten Herausforderungen für Verlage? Glaubt man Wieles und Weltes "Big Points" dieses und vergangenen Jahres, so sind dies das Leistungsschutzrecht – das auf EU-Ebene unter dem Begriff Verlegerrechte firmiert –, gleiche und faire Wettbewerbsbedingungen mit den US-Digitalriesen sowie Lockerungen im Kartellrecht.

"Wir haben es selbst in der Hand, EU-Verlegerrechte in ganz Europa durchzusetzen", sagt Wiele. Und widerlegt hartnäckige Vorurteile gegenüber dem Leistungsschutzrecht: So seien weder Linkfreiheit noch das Teilen von Inhalten noch das Zitierrecht berührt, gar bedroht.
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Verlage hätten im Gegenteil ein Interesse an der Verbreitung ihres Contents. Und wenn man sich andere Branchen wie die Film- oder Musikindustrie ansehe, könne auch nicht von einer Sonderbehandlung der Verlage gesprochen werden. "Verlegerrechte schützen Eigentum und Investitionen und sorgen für einen Interessensausgleich zwischen Inhaltsproduzenten und -verwertern", so Wiele: "Halten wir durch!" Die Einigung zwischen Gema und Youtube mache Hoffnung, dass es sich zu kämpfen lohnt, und seien es sieben Jahre wie in diesem Fall.
„Wir haben es selbst in der Hand, EU-Verlegerrechte in ganz Europa durchzusetzen.“
Andreas Wiele
Der Durchhalteappell mag auch Burda-Zeitschriftenvorstand Philipp Welte gegolten haben, dessen Haus die Phalanx der Verlage, die ihr Leistungsschutzrecht über die VG Media vertreten lassen, verlassen hatte. "Wir brauchen ein Recht, das auch durchsetzbar ist", sagt er in Berlin. Ein Hinweis darauf, dass Burda nun auf kartellrechtliche EU-Schritte gegen Google hofft – sprich: Auf mehr Regulierung. Weniger Kartellregulierung hingegen will er in den eigenen Angelegenheiten, etwa bei einer erleichterten Zusammenarbeit von Verlagen.

Hier sind die Verlage bislang am weitesten gekommen: Die Novelle des Kartellrechts ("Es atmet den Geist einer Zeit, als Verlage tatsächlich noch marktdominierend waren") steht bekanntlich vor der Verabschiedung. "Wir haben eine Menge Probleme vor uns, und die müssen wir gemeinsam lösen – nicht gegeneinander", so Welte. Im Werbemarkt seien die Verlage im Wettbewerb mit den US-Digitalriesen mittlerweile im Longtail gelandet, am Ende der Verwertungskette – "und trotzdem pflegen wir weiter unseren Pluralismus und antagonistischen Reflexe", also Streit und Eifersüchteleien.

Als "führenden Kopf" des Kooperationsgedankens rühmt Welte den Funke-Geschäftsführer Manfred Braun. Ein bemerkenswertes Lob eines Wettbewerbers. Vielleicht die Anmoderation einer weiteren Zusammenarbeit zwischen Burda und Funke, über den Vertrieb hinaus? rp

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