"Alles, was Männer lieben" "Playboy" erscheint im neuen Look und mit neuem Claim

Mittwoch, 30. November 2016
So präsentiert der "Playboy" Playmate Marisa Papen
So präsentiert der "Playboy" Playmate Marisa Papen
Foto: Jasper Suyk

Burda hat seinem Männermagazin "Playboy" ein optisches Makeover verpasst: Am 8. Dezember erscheint der Titel erstmals im neuen Look. Dabei setzen die Macher um Chefredakteur Florian Boitin vor allem auf eine veränderte Bildsprache und einen neuen Zugang zum Thema Nacktheit. Gleichzeitig wurde der Claim geändert: Aus "Alles, was Männern Spaß macht" wird "Alles, was Männer lieben".
Der "Playboy" soll künftig weniger auf Hochglanz getrimmt sein, sondern "weniger klassische Inszenierung" sowie "mehr Natürlichkeit in der (erotischen) Bildsprache" bieten, wie Burda in einer Pressemitteilung ausführt. Dabei beruft sich das Verlagshaus auf die Männerstudie des Marktforschungsinstituts Rheingold, derzufolge heutzutage keine makellose Perfektion mehr gefragt sei, sondern "authentische Männer, denen man ihre Reife und Entwicklung ansieht". Dies soll sich vor allem in einer veränderten Fotosprache zeigen: "Der deutsche Playboy ist und bleibt nackt, die Art der erotischen Inszenierung folgt aber neuen Gesetzmäßigkeiten", heißt es. Man wolle künftig auf eine "zeitgemäße Bild-Ästhetik" setzen. Diese soll "lebendig, hochwertig, hautnah" sein. Sicherlich auch eine Reaktion auf unsere Zeit, in der man sich im Internet jegliche Form der Nacktheit per Mausklick herunterladen kann. Eine besondere Inszenierung kann hier das einzige Unterscheidungsmerkmal sein.
Der "Playboy" soll künftig mehr Platz für Reportagen wie die über Ex-Puma-Chef Jochen Zeitz liefern
Der "Playboy" soll künftig mehr Platz für Reportagen wie die über Ex-Puma-Chef Jochen Zeitz liefern (Bild: Hubert Burda Media)
Weitere Veränderungen der unter Art Director Stefan Müller sind leichte Veränderungen im Schriftbild sowie in der Kontrastierung und dem Aufbau der Seiten. Inhaltlich will sich der "Playboy" dahingehend weiterentwickeln, dass Reportagen, Portäts und Interviews mehr Platz eingeräumt werden soll.

Nicht zuletzt schafft Burda den legendären Claim "Alles, was Männern Spaß macht" ab und ersetzt ihn duch "Alles, was Männer lieben". Eigenen Angaben zufolge will Burda damit erreichen, dass sich die Leser stärker mit dem "Playboy" identifizieren. Zudem solle die Glaubwürdigkeit der Marke in der Zielgruppe erhöht werden. 
"Playboy"-Chefredakteur Florian Boitin
"Playboy"-Chefredakteur Florian Boitin (Bild: Hubert Burda Media)
"Männerbilder sind in einem steten Wandel und darauf reagieren wir", sagt Chefredakteur Boitin. Der starke Mann, Macht, Wohlstand und ewige Potenz allein seien heute nicht mehr gefragt. "Was für den einen der liebevoll restaurierte Sportwagen ist, ist für den anderen sein Reisepass voller Stempel. Der aufgeklärte Mann definiert sich heute durch sein Wissen, seine Leidenschaften, seine Erlebnisse. Und 'Playboy' ist der Club, in dem jeder aufgeklärte, kultivierte Mann willkommen ist. Einzige Bedingung, um am Türsteher vorbeizukommen: Gelassenheit, Toleranz, Souveränität."

Inwieweit der "Playboy" von dem Rebrush auch am Kiosk profitieren kann, wird sich zeigen. Im laufenden Jahr konnte der Titel seine verkaufte Auflage laut IVW von Quartal zu Quartal steigern, nämlich von 130.599 in Q1 auf 155.399 in Q3. Allerdings bedeutete dieser Trend allenfalls eine Erholung: Im vergangenen Jahr setzte der "Playboy" im 3. Quartal noch 179.566 Exemplare ab. ire
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