"Allegra" Rückkehr einer alten Bekannten

Donnerstag, 31. März 2016
Allegra liegt nach 10 Jahren Abstinenz wieder im Kioskregal
Allegra liegt nach 10 Jahren Abstinenz wieder im Kioskregal
Foto: Axel Springer Mediahouse

2004 wurde sie eingestellt, am heutigen 31. März erlebt sie ihr Comeback: „Allegra“ kommt mit 172 Seiten zurück an den Kiosk. Die Druckauflage umfasst 120.000 Stück. Sechsmal soll der wieder auferstandene Frauentitel des Axel Springer Mediahouse in diesem Jahr erscheinen.

Danach soll auf monatlich umgestellt werden. Vorausgesetzt das Frauenmagazin kann sich gegen starke Wettbewerber wie "Cosmopolitan" oder "Glamour" in einem äußerst gut besetzten Zeitschriftensegment behaupten. Wie das Magazin das schaffen will? Mit Anderssein. Ohne Checklisten für atemberaubenden Sex und die 10 besten Karrieretipps, ohne Must-haves für den Kleiderschrank. Chefredakteurin Mareen Linnartz spricht von Frauen, die keine Beratung sondern Inspiration suchen: "Allegra-Leserinnen wissen, was sie wollen und dass es nicht die Backmischung für alle Lebenslagen gibt."

"Zwischen 25 und 39 Jahre, intelligent, urban, eigenständig", beschreibt Eva Dahlke, Anzeigenleiterin Luxus & Lifestyle bei Axel Springer Mediahouse, die typische Allegranerin. Ähnliche Zielgruppen umwerben natürlich auch die anderen Magazine im Segment, und das meist mit deutlich sinkenden Auflagen. Allein "Glamour" büßte gegenüber 2014 ein Viertel seiner Leserinnen ein, "Cosmopolitan" schwächelt mit minus 12 Prozent, Auch "Myself" brach um mehr als 8 Prozent ein. "Laviva", derzeit mit mehr als 360000 Exemplaren (IVW 4/2015) und einem Plus von 8 Prozent führend im Segment, setzt hingegen eher auf die bewährte Backmischung für alle Lebenslagen.
Blick ins Heft
Blick ins Heft (Bild: Axel Springer Mediahouse)
Starker Konkurrenzdruck könnte zudem von einem anderen Newcomer erwachsen. Mit "Barbara" und seiner prominenten Frontfrau, Moderatorin Barbara Schöneberger, verfolgt Gruner + Jahr seit letztem Herbst einen ähnlichen Anspruch: "Ohne Diät, ohne Workout, ohne To-do Listen. Kein normales Frauenmagazin." Mehr als 250000 Exemplare wurden von der Erstausgabe verkauft.

Die Allegra-Macherinnen glauben trotz des hart umkämpften Segments an ihr Baby. "Wir haben festgestellt, dass Allegra im Leserinnenmarkt eine Lücke hinterlassen hat", sagt Herausgeberin Michaela Mielke, die den Neustart als Blattmacherin begleitet hat. Wichtig ist aber vor allem, die Werbekunden zu überzeugen. Bei der ersten Ausgabe scheint das gelungen zu sein. 30 der 172 Seiten sind mit Anzeigen belegt. Laut Anzeigenleiterin Dahlke wurden die gesetzten Ziele damit übererfüllt. Audi, Ford und das Samsung Galaxy buhlen in dem Magazin um die weibliche Klientel. Aber auch die üblichen Verdächtigen aus dem Beauty- und Lifestylesegment dürfen nicht fehlen: Nivea, Weleda und Dove gehören dazu ebenso wie Replay und Swarowski.

Beauty und Fashion-Themen finden deshalb auch deutliche redaktionelle Berücksichtigung in "Allegra"  - ein gutes Viertel des Umfangs dreht sich darum. So anders darf ein Frauenmagazin auch nun wieder nicht sein, dass es auf seine besten Anzeigenkunden verzichtet. vg

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