Adtrader 2015 "Onlinevideo-Inventar ist weder in Köln noch in München in Sicht"

Dienstag, 02. Juni 2015
Lothar Prison, Chief Digital Officer von Vivaki
Lothar Prison, Chief Digital Officer von Vivaki
Foto: Vivaki

Wenn Lothar Prison nach München oder nach Köln blickt, sieht er - nicht viel. Zumindest, wenn er programmatisch verfügbares Onlinevideo-Inventar sucht. "Der deutsche Markt ist hier sehr sehr dünn", sagte der Chief Digital Officer von Vivaki bei der diesjährigen Adtrader Konferenz in Berlin und appellierte mit Nachdruck an die Publisher, hier schnell nachzurüsten, um im europaweiten Vergleich nicht den Anschluss zu verlieren.
Onlinevideo ist auch für Markus Letzner, Geschäftsführer der Ströer-Tochter Adscale, eines der Themen, die den programmatischen Einkauf und Handel - gemäß dem Motto des Kongresses - auf das nächste Level heben. Als einer der führenden Marktplätze für digitale Werbung in Deutschland - Adscale erreicht nach eigenen Angaben mit seinem Portfolio drei Viertel der deutschen Internetnutzer - arbeite man unter Hochdruck daran, für Video dieselben Standards wie jetzt schon für Online und Mobile geltend zu machen. "In den nächsten zwei Monaten sind wir in der Lage, auch Videoformate komplett programmatisch anbieten zu können", kündigte Letzner an - selbst wenn das Inventar nach wie vor knapp sei. Anders die Lage im Bereich Mobile: Dort ist Inventar zwar reichlich verfügbar, zusammen mit der weiterhin extrem wachsenden Nutzung lässt es sich allerdings nach wie vor kaum monetarisieren. Einen Grund für diesen seit Jahren andauernden Zustand sieht Agenturmanager Prison in der Tatsache, dass nach wie vor kein sauberes Targeting möglich sei. Dies funktioniere momentan lediglich nach Devices, was für Agenturen allerdings relativ uninteressant sei. In diesem Bereich stehe man in Deutschland erst an den Anfängen. 

Parallel dazu beobachtet Prison einen weiteren Trend: "Publisher werden sich immer mehr über den Wert ihrer Daten bewusst." Die Konsequenz: Sie stellen dieses Pfund nicht mehr anderen zur Verfügung, sondern bauen eigene Plattformen auf. Neben Amazon, Yahoo und Facebook seien Zalando und die Otto Group die jüngsten Beispiele für eine Entwicklung, die sich ebenfalls anschickt, den hierzulande noch nicht einmal vollständig durchdrungenen Markt zu verändern. kl

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