"Ads without Profiles" Twitter startet neues Werbeprodukt / Edeka erster deutscher Kunde

Donnerstag, 24. November 2016
Die Twitter-Aktie geht in den Keller
Die Twitter-Aktie geht in den Keller
Foto: Twitter

Unternehmen, die keinen eigenen Twitter-Account betreiben, können ab sofort trotzdem beim Kurznachrichtendienst werben. Dafür startet das soziale Netzwerk ab sofort "Ads without Profiles". Edeka setzt als erster deutscher Werbekunde für die aktuelle #Zeitschenken-Weihnachtskampagne auf diese neue Option.

Bislang konnten auf Twitter nur die Unternehmen Anzeigen schalten, die einen eigenen Account auf der Plattform betreiben. Diese Restriktion hat Twitter nun gekippt und will sich für Werbekunden öffnen, die nicht über die nötigen Ressourcen für einen eigenen kontinuierlich betriebenen Twitter-Account verfügen oder deren interne Richtlinien keine Social Media-Kommunikation vorsehen.

In Deutschland setzt Edeka als erster Werbekunde auf diese Möglichkeit und verlängert auf diese Weise seine aktuelle #Zeitschenken-Weihnachtskampagne (siehe unten). Anders als bei Anzeigen von Unternehmen mit eigenem Twitter-Account können die Nutzer bei "Ads without Profiles" jedoch nicht antworten, retweeten oder liken. Twitter deaktiviert in diesem Fall die Interaktionsmöglichkeiten. Stattdessen werden die Nutzer über einen Klick auf die vom Werbekunden gewünschte Website geführt. Videos und weitere Medien werden bei Interaktion des Nutzers wie gewohnt in vergrößerter Ansicht angezeigt.
Edeka wirbt auf Twitter ohne eigenen Account
Edeka wirbt auf Twitter ohne eigenen Account (Bild: Twitter)
Twitter launcht das neue Werbeprodukt nicht zufällig in der Vorweihnachtszeit. Dem Kurznachrichtendienst zufolge würden zwölf Millionen Menschen in Deutschland jeden Monat auf der Plattform nach "Inspirationen und Informationen" suchen - vor allem in den Wintermonaten. An vergangenem Weihnachten seien allein in Deutschland über 2,4 Millionen Tweets verschickt worden. An den vier Advents-Wochenenden des Vorjahres zählte Twitter insgesamt 415.000 Tweets.

Twitter versucht sich bereits seit einiger Zeit für Werbekunden aufzuhübschen. Der Konzern von CEO Jack Dorsey steckt nämlich ordentlich in der Klemme: Die jüngsten Quartalszahlen waren zwar besser als erwartet, dennoch stagnieren Nutzerzahlen und Werbeerlöse. Hinzu kommt, dass die Suche nach einem Käufer erfolglos verlief und 300 Mitarbeiter das Unternehmen wegen Sparmaßnahmen verlassen müssen - vor allem die Salesabteilungen sind betroffen.

Um das Werbegeschäft anzukurbeln, orientiert sich Twitter anscheinend an Snapchat - zumindest lassen das die jüngst eingeführten Funktionen vermuten. Mitte August wurden "Promoted Stickers" eingeführt, für die Marken zwischen vier und acht eigene Plaketten designen können. Twitterer haben dann die Möglichkeit, eigene Fotos damit zu schmücken, bevor sie hochgeladen werden - ähnlich wie bei Snapchat. Als erster deutscher Kunde setzt Vodafone seit Mitte November auf dieses Format. Zum selben Zeitpunkt startete Twitter zudem eine QR-Code-Funktion, die ebenfalls stark an Snapchat erinnert. ron

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