Adobe Digital Index Auch Google spürt die Folgen von "Mobilegeddon"

Donnerstag, 16. Juli 2015
"Mobilegeddon"-geschädigte Websitebetreiber setzen laut Adobe verstärkt auf Suchmaschinenwerbung
"Mobilegeddon"-geschädigte Websitebetreiber setzen laut Adobe verstärkt auf Suchmaschinenwerbung
Foto: Laurentiu Iordache / Colourbox

In der jüngsten Ausgabe des Digital Index widmet sich Adobe dem Thema Mobile und kommt zu dem Schluss: Facebook gelingt die Optimierung seiner Werbestrategie auf mobile Endgeräte offenbar besser als Google. Ein Indiz dafür seien der Anzeigenpreis und die Klickraten beim Suchriesen.
Dem Adobe "Digital Advertising Report" für das 2. Quartal 2015 zufolge ist der Cost per Click (CPC) bei Google im vergangenen Jahr um 16 Prozent gestiegen. Gleichzeitig fiel die jährliche Click Throug Rate (CTR) auf 9 Prozent. Als eine Ursache dafür machen die Analysten das so genannte "Mobilegeddon" vom April dieses Jahres aus. Seit der Umstellung des Suchalgorithmus werden Websites, die nicht auf eine mobile Darstellung optimiert sind, in den Suchergebnissen schlechter gerankt. Seither haben Unternehmen mit einer unzureichend mobil optimierten Website rund zehn Prozent ihres Traffics verloren, heißt es in dem Report. Diese Schwäche versuchten viele Webseitenbetreiber offenbar auszugleichen, indem sie verstärkt bezahlte Suchmaschineneinträge bei Google einkaufen. Die erhöhte Nachfrage sorgt allerdings für steigende Preise, was bei sinkender CTR für einen Effekt sorgt, den Adobe-Analyst Joe Martin "Klick-Inflation" nennt.

Obwohl Googles Search-Geschäft laut Adobe um 1 bis 2 Prozent pro Quartal wächst, hat der große Rivale im Display-Geschäft Facebook zuletzt deutlich besser performt. Der Adobe-Index macht dies vor allem an der Zahl der Interaktionen mit Werbeanzeigen fest. Dieser Wert stieg bei Facebook um 11 Prozent, während er bei Google um 3 Prozent runterging. Ein Grund dafür könnten die guten Targeting-Möglichkeiten auf der Plattform sein, die dafür sorgen sollen, dass die Nutzer vermehrt nur Anzeigen sehen, die sie auch interessieren.
Mobile Shopping
Bild: Colourbox

Mehr zum Thema

"Mobilegeddon" Wie Online-Shops das Google-Update verkraftet haben

Folglich schlägt Facebook Google auch in diesem Bereich: Die große Merheit der Nutzer findet, dass Display Ads bei Facebook relevanter sind (51 Prozent) als bei Google (17 Prozent). Tamara Geffney, die den Adobe Digital Index verantwortet, kommt daher zu dem Schluss: "Facebook-Nutzer geben Marken eher die Chance, mit ihnen zu kommunizieren."

Für den ADI Q2 Digital Advertising Report" wurden laut Adobe im vergangenen Jahr weltweit mehr als 890 Millionen digitale Ad Impressions und über 21 Millionen Social Visits auf Search- und Social-Plattformen untersucht. Die dabei berücksichtigten Plattformen waren Google, Facebook, Bing/Yahoo, Twitter, Pinterest, Tumblr, Reddit, Youtube, LinkedIn, Baidu und Yandex. ire
Meist gelesen
stats